
Das Stück nimmt den Terrorismus der modernen Welt als Grundlage und trägt ihn nach Deutschland. Konkret: Es geht um eine deutsche Islamistin, die eine Gruppe unterschiedlichster Menschen einsperrt und ihnen den Tod verspricht. Sie gibt ihnen noch genau 102 Minuten, in denen sie Probleme ausräumen und ihr Gewissen bereinigen können. Jeder der Charaktere hat dabei seine ganz eigene Hintergrundgeschichte, die im Verlauf des Stücks nicht nur erzählt, sondern weitestgehend auch aufgeklärt wird.
Das alles geschieht in einer sehr modernen Inszenierung, die auch immer wieder mit sich selbst bricht. Exemplarisch sei hier der Anfang des Stückes kurz beschrieben: Das Licht geht aus, ein markerschütternder Schrei aller Darsteller. Das Licht geht an und alle Schauspieler haben Osama-Bin-Laden-Masken auf und führen zu deutschsprachiger Pop-Musik erst mal irgendwas zwischen Marsch und Tanz auf. Das wirkt im ersten Moment völlig aberwitzig. Ganz im Sinne des Verfremdungseffekts nach Brecht reißen diese Einwürfe das Publikum dann auch immer mal wieder aus dem Drama, sind aber gleichzeitig auch wichtig für dessen Aussage.

„Die FTJ ist eine noch recht frische Theatergruppe, seit etwas mehr als einem Jahr“, erklärt Regisseur und Autor Christof Lange. „Wir bearbeiten Themen, in denen es um Menschen geht. Es geht dann um deren Hintergrundgeschichten. Weniger als um faktisches Erzählen einer Geschichte geht es also darum: Warum passiert etwas? Das ist bei uns immer ganz wichtig“, fährt er fort.
„Rest in Pieces“ ist das dritte Stück der Freien Theater Jugend, das vierte sei bereits in Planung. Erst mal aber wird das aktuelle Drama bis Ende Dezember noch acht Mal im Peter-Weiss-Haus zu sehen sein.
Fotos 1 und 2 von der Freien Theater Jugend