
Die Kreuzgänge der HMT wurden durch geschickte Beleuchtung fantastisch in Szene gesetzt, sodass schon allein die räumliche Atmosphäre den Besuch wert gewesen wäre. Der eigentliche Grund dafür sind jedoch die zahlreichen Fotografien, die an den kahlen gemauerten Wänden aufgehangen wurden.

Zuvor gibt es allerdings noch einen wahren Genuss für die Ohren. Eine junge Studentin spielt auf dem Violoncello ein modernes Stück, bei dem sie verhalten auf dem Klavier begleitet wird. Eines von Hans Pölkows Lieblingsstücken, wie dieser später begeistert sagt.
Schließlich darf Syberberg zu Wort kommen, selbst Regisseur und bedeutender Vertreter des Neuen Deutschen Films, der zusammen mit Pölkow in Rostock aufgewachsen ist. Er erzählt aus ihrer gemeinsamen Kindheit, dass sie in der gleichen Straße gewohnt haben und zusammen zur Schule gingen. Nicht zuletzt wegen ihrer gemeinsamen Leidenschaft zur Fotografie entwickelte sich schon früh eine tiefe Freundschaft, die bis heute bestehen geblieben ist.
Auch ihr gemeinsames Interesse für die Musik hat die beiden wohl zusammengehalten. Syberberg erhielt von Pölkow mithilfe von Radio und Schallplatten eine „musikalische Grundausbildung“, später gingen sie gemeinsam für das Theater und die Musik nach Berlin. Dort bekam Pölkow erstmals Gelegenheit viele Fotografien hinter der Bühne zu machen.

Nach Syberbergs Kindheitserinnerungen tritt auch Pölkow selbst vor das Publikum, um den Interessierten seine Fotografie näher zu bringen. Er erzählt von der Entstehung seiner Bilder und vor allem von der Bedeutung des Lichts. Jeder Hobbyfotograf bekommt an dieser Stelle einen tiefen Einblick in diese Welt und kann sicher die eine oder andere neue Erkenntnis mit nach Hause nehmen. Die Bilder sind noch bis zum 21. März 2010 täglich von 8 bis 23 Uhr in der HMT zu sehen.