
Ziel des Girls Day ist es, Mädchen die Berufe näher zu bringen, die eigentlich nicht als typisch für sie gelten. Also die Männerberufe, aus dem technischen, informatischen und mathematischen Bereich.
So öffneten in Rostock heute zum Beispiel Unternehmen wie Nordex, Liebherr und Eurawasser ihre Türen für Schülerinnen ab der fünften Klasse. Aber auch die Universität Rostock und das Rathaus beteiligten sich.
Rund 50 Mädchen konnten etwa im großen Hörsaal der Physik platznehmen. Dr. Viola von Oeynhausen, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Physikinstituts, freute sich, so viele Mädchen begrüßen zu dürfen. „Der Girls‘Day hat inzwischen schon Erfolg gehabt“, stellte sie fest, schließlich sei sie inzwischen nicht mehr ganz so alleine als Physikerin am Institut.
Der erste Programmpunkt, der die Mädchen von der Physik überzeugen sollte, war eine Schauvorlesung, die ganz alleine von Studenten organisiert und durchgeführt wurde. Dadurch, dass sie die Experimente in eine eigens ausgedachte Folge der Simpsons integrierten, fiel es auch nicht sonderlich schwer über die 45 Minuten aufmerksam zu bleiben.

Ob nun wirklich alle wegen des Wunsches später Physik zu studieren gekommen waren, bleibt wohl dahingestellt. „Wir haben Physik nach der 10. Klasse abgewählt“, verriet Laura. „Aber wir haben auf der Internetseite geguckt und das Programm hat sich interessant angehört“, ergänzt ihre Freundin Sarah. Studieren wollen sie nach dem Abitur auf jeden Fall, sagten die beiden 17-Jährigen, aber Physik wird es wahrscheinlich nicht werden.

Drei weitere Mädchen hatten anscheinend ähnlich gedacht und waren auch dabei. In diesem kleinen Rahmen plauderte Karina Jens dann ein bisschen aus dem Nähkästchen. Wie stellt man es eigentlich an, Präsidentin der Bürgerschaft zu werden und welche privaten Einbußen muss man dafür in Kauf nehmen? Mit persönlichen Einblicken machte sie klar, dass es natürlich kein Zuckerschlecken ist, in der Politik tätig zu sein, sondern eher mit viel Idealismus zu tun hat.

Im Großen und Ganzen kann man wohl sagen, dass die Einblicke für die Mädchen am heutigen Tag mal wieder sehr vielfältig waren. Und auch wenn inzwischen schon viele Frauen in Führungspositionen zu finden sind, zeigen Diskussionen um Frauenquoten und die Lohnungleichheiten, dass noch lange keine Gleichberechtigung herrscht. Somit hat der Girls‘Day wohl noch nicht ausgedient und wird auch im nächsten Jahr vielen Mädchen die Chance geben, neue Einblicke zu gewinnen.