PhySch – Physik und Schule – Schülerlabor an der Uni Rostock eröffnet

Im Rahmen des 14. Physiktags wurde heute das neue PhySch-Schülerlabor an der Universität Rostock eröffnet – es steht Schülern, Studenten und Lehrern offen

1. März 2016, von
Dr. Viola von Oeynhausen (Mit-Organisatorin des Rostocker Physiktags), Prof. Oliver Kühn (Direktor des Institutes für Physik), Dr. Heidi Reinholz (Arbeitsgruppenleiterin, Didaktik der Physik), Prof. Wolfgang Schareck (Rektor der Uni Rostock), Prof. Dr. Patrick Kaeding (Prorektor für Studium, Lehre und Evaluation), Wiebke Loseries (PhySch-Projektchefin) (v.l.n.r)
Dr. Viola von Oeynhausen (Mit-Organisatorin des Rostocker Physiktags), Prof. Oliver Kühn (Direktor des Institutes für Physik), Dr. Heidi Reinholz (Arbeitsgruppenleiterin, Didaktik der Physik), Prof. Wolfgang Schareck (Rektor der Uni Rostock), Prof. Dr. Patrick Kaeding (Prorektor für Studium, Lehre und Evaluation), Wiebke Loseries (PhySch-Projektchefin) (v.l.n.r)

Seine Note 2 in Physik habe er sich mit dem Bau von Behältern für die Bienenzucht seines Physiklehrers gesichert, gesteht Prof. Wolfgang Schareck, Rektor der Rostock Universität. Erst im Medizinstudium habe er gelernt, wie wichtig dieses Fach ist, so Schareck. „Die Physik wird oft unterschätzt“, erklärt der Rektor und hofft mit dem neuen Labor schon in der Schule das Verständnis dafür zu wecken, dass diese Naturwissenschaft „ganz wichtig ist“.

„Das Schülerlabor PhySch gibt es schon eine Weile, aber wir gehen jetzt in ein Lehr-Lern-Labor über“, erklärt PhySch-Projektchefin Wiebke Loseries das eigentlich Neue. Konkret sollen Projekte, die bisher schon im Schülerlabor durchgeführt wurden, mit in die Lehre genommen werden, sodass die Lehramtsstudenten bereits während des Studiums Praxiserfahrungen sammeln können.

Das neue Lehr-Lern-Labor PhySch soll als „Schnittstelle zwischen Universität und Schule“ dienen, so Loseries. Hier trainieren Lehramtsstudenten künftig für den Schulalltag, Lehrer können sich weiterbilden und natürlich dient es physikbegeisterten Schülern als außerschulischer Lernort. Fünf neu eingerichtete Räume (KidsLab, AstroLab, MechanikLab, FreeLab, PhotonLab) sind auf spezielle Lehr- und Lernprozesse ausgerichtet und können vielseitig genutzt werden. Erstmals sind auch Science-Camps und eine Sommerakademie geplant.

PhySch-Projektchefin Wiebke Loseries (r.) erklärt Anna Schmidt und John-Patric Palent vom Innerstädtischen Gymnasium Rostock das Wasserstoffauto
PhySch-Projektchefin Wiebke Loseries (r.) erklärt Anna Schmidt und John-Patric Palent vom Innerstädtischen Gymnasium Rostock das Wasserstoffauto

Auch Prof. Dr. Patrick Kaeding, Prorektor für Studium, Lehre und Evaluation, zeigte sich als studierter Schiffbauer gleich vom Archimedes-Experiment zur Wasserverdrängung vor ihm auf dem Tisch angetan. Es reicht nicht, „gut segeln zu können, wenn man Schiffbau studieren will“, betont Kaeding die Bedeutung der Naturwissenschaften, „man muss auch kapieren, wie das mit der Strömung funktioniert und eben auch mal Differenzialgleichungen lösen können.“ Aber nicht jeder müsse Physik studieren. „Machen Sie das, wo Sie wirklich Lust zu haben. Es nützt nichts, sich zu verbiegen“, gab der Prorektor den Schülern mit auf den Weg, unbedingt den eigenen Interessen folgen.

Für Prof. Oliver Kühn, Direktor des Institutes für Physik, ist das Schülerlabor einerseits „Antwort auf die Forderung nach einer besseren Lehramtsausbildung“, andererseits möchte er die jungen Schüler für die Naturwissenschaft Physik begeistern. Ab dem Herbst, kündigt Kühn an, werde es einen Juniorclub für Schüler der 6. bis 8. Klasse geben sowie einen Forscherclub für die höheren Klassenstufen, wo die Nachwuchs-Physiker auch mal „mit Teilen vom Schrottplatz einen Laser zusammenbauen können“.

Besorgt zeigt sich der Institutsdirektor, der auch für den Wettbewerb „Jugend forscht“ tätig ist, über die geringe Anzahl der Wettbewerbsanmeldungen im Land. Ohne Mathe- und mit nur einem Physikprojekt gibt es in diesem Jahr einen historischen Tiefstand. „Zustände, die so nicht bleiben können“, erklärt Kühn und hofft mit dem Schülerlabor einen „Baustein zum Gegensteuern“ zu haben.

14. Physiktag 2016 an der Universität Rostock
14. Physiktag 2016 an der Universität Rostock

Die Eröffnung des Schülerlabors fand im Rahmen des Physiktags an der Universität Rostock statt. Dieser wird heute bereits zum 14. Mal veranstaltet. Rund 330 Schüler von 17 Gymnasien aus ganz Mecklenburg-Vorpommern kämpfen bei dem Physikturnier um den Pokal „Rostocker Leuchtturm“. Zwischen Laserstrahlenlabyrinth und Robotertechnik dreht sich in diesem Jahr alles ums Thema „Physik und Spiel“.

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