Neue Pläne für Bebauung am Glatten Aal vorgestellt

Neuer Investor will Hotel und Einzelhandel auf dem Glatten Aal in Rostock – Gestaltungsbeirat beschäftigt sich mit städtebaulicher Untersuchung

28. November 2014, von
Parkplatz am Glatten Aal in Rostock (Foto: Archiv)
Parkplatz am Glatten Aal in Rostock (Foto: Archiv)

Lange hat sich nichts getan auf der großen Freifläche am Glatten Aal. Beliebt ist sie nicht wegen ihrer Schönheit und Gemütlichkeit, sondern als Parkplatz unweit der Kröpi-Einkaufsstraße und des Neuen Marktes. Nachdem im letzten Jahr ein neuer Investor, der Ire Patrick Joseph McGrath, den Glatten Aal für sechs Millionen Euro ersteigerte, hofft die Stadt nun, dass eine der letzten Kriegsbaulücken in der Innenstadt bald geschlossen werden kann.

Die ersten Skizzen, wie es hier später einmal aussehen könnte, wurden heute dem Planungs- und Gestaltungsbeirat auf den Tisch gelegt. Das fünfköpfige Gremium aus Nicht-Rostocker Architekten und Stadtplanern diskutierte dabei vorrangig die Ergebnisse einer städtebaulichen Überprüfung, die von einem Berliner Stadtplanungsbüro erarbeitet wurden.

Ausgehend von dem 2008 von der Stadt erstellten Rahmenplan sollen die beiden Teilflächen, die durch die Buchbinderstraße getrennt werden, beibehalten werden. In dem kleineren östlichen Teil sieht das Entwicklungskonzept eine kleinflächige Bebauung vor. Ein Hotel, kleinere Läden und ein paar Studentenwohnungen sollen hier entstehen. Die größere Fläche soll auch großflächiger bebaut werden: ein großflächiger Einzelhandel, aber auch kleinere Geschäfte im Randbereich sind vorgesehen. Zwei Geschosse sind erstmal grundlegend geplant, die durch ein drittes und viertes ergänzt werden, erläutert Thomas Proppe vom Berliner Stadtplanungsbüro Machleidt. „Wir gehen davon aus, dass keine durchgängige Fassaden mit großen Schaufensterfronten geschaffen werden.“

„Wenn man sich etwas wünschen dürfte und ohne die Pläne zu kennen, hätten wir gesagt, nehmt die Oberfläche ab und baut dort ein Quartier aus Häusern mit unterschiedlichen Eigentümern“, empfiehlt Beiratsvorsitzender Klaus H. Petersen und erinnert an die archäologischen Spuren der Stadtgeschichte etwa 70 Zentimeter unter dem Parkplatz. Eine kleinteilige Struktur würde nicht nur einem früheren Bauzustand an dieser Stelle entsprechen, sondern auch einen Bezug zur Bebauung in der Kröpeliner-Straße herstellen. Einer Kombination aus einem mehrgeschossigen Parkhaus und einem gegenüberliegenden Wohnprojekt stehen die Berater kritisch gegenüber.

Plan zur Bebauung der Freifläche am Glatten Aal (Entwurf vom Stadtplanungsbüro Machleidt)
Plan zur Bebauung der Freifläche am Glatten Aal (Entwurf vom Stadtplanungsbüro Machleidt)

Entgegen den Absichten des Eigentümers auf dieser Fläche vor allem Gewerbe zu entwickeln, spricht sich der Gestaltungsbeirat angesichts der zu hinterfragenden Nachfrage nach Büros und Verwaltungsräumen für einen starken Wohnungsbau aus.

Große Unklarheiten gibt es noch bezüglich des Verkehrskonzeptes. Die bisherigen Straßen sind zu eng für den Lieferverkehr und Reisebusse müssen das Hotel anfahren können. Das Gebiet soll zwar wie bisher aus dem Süden erschlossen werden, aber auch eine Umfahrung soll machbar bleiben.

Ein großes Fragezeichen steht noch hinter der Zahl der Parkplätze. Der Beirat empfiehlt der Stadt eindringlich, die Verkehrsführung an dieser Stelle noch einmal zu überdenken. „Um nicht zusätzliche Verkehre in den eigentlich attraktiven Bereich hineinzuholen“, erklärt Stadtplaner Jörg Knieling. Wie auch schon viele andere Städte sollte Rostock dem Trend folgen und durch Parkhäuser im Ringbereich den Verkehr aus der Innenstadt rausziehen. Einen relativ starken Parkbereich in die Stadt zu setzen wäre kontraproduktiv, so die einhellige Meinung im Beirat.

„Der Frage, was braucht die Stadt an dieser Stelle, ist alles unterzuordnen: die Nutzung, die Fahrzeuge. Denn so etwas wird hoffentlich für Hunderte von Jahren gebaut, in denen sich die Nutzungsanforderungen noch verändern. Wir denken es ist eine Pflicht, sich auf die historische Kleinteiligkeit der Struktur einzulassen“, fasst Klaus H. Petersen die Diskussion abschließend zusammen.

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