Das Wasser ist das Element der Marine – das dürfte hinlänglich bekannt sein. Es passte also irgendwie am Donnerstagabend beim Großen Zapfenstreich, dass es ohne Unterlass regnete. Aber ungemütlich war es schon.
Trotzdem kamen über tausend Schaulustige, um sich das höchste militärische Zeremoniell auf dem Neuen Markt anzusehen. Die Marine bedankte sich damit für die gute Aufnahme und Unterstützung in Rostock. Anlass waren die Feierlichkeiten zu „20 Jahre Deutsche Einheit – 20 Jahre Deutsche Marine in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern“.

In Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern Erwin Sellering, des Oberbürgermeisters Roland Methling und des Chefs des Marineamtes Konteradmiral Dr. Horst-Dieter Kolletschke gestaltete das Wachbataillon des Verteidigungsministeriums und das Marinemusikkorps Ostsee diese feierliche Abendmusik.

Die Abfolge der feierlichen Abendmusik von Trommel- und Pfeifenstücken, Reitersignalen und dem „Gebet“ hat in der deutschen Militärmusik eine lange Tradition. Die heutige Form ist im 19. Jahrhundert entstanden. Der Name „Zapfenstreich“ selbst geht bis ins 16. Jahrhundert zurück, der Zeit der Landsknechte. Er bezeichnet den Schlag bzw. den Streich auf den Zapfen eines Fasses, mit dem der Bierausschank beendet wurde und sich die Soldaten zur Nachtruhe begeben mussten.

Etwa 150 Demonstranten protestierten lautstark mit Tröten, Pfeifen und Rufen gegen den Großen Zapfenstreich. Viele von ihnen drückten damit ihre Ablehnung der Bundeswehreinsätze im Ausland aus und kritisierten dieses historische Zeremoniell als unzeitgemäß.
So geteilt die Meinungen auch sein mögen, ist es doch schön, dass jeder hier und jetzt – 20 Jahre nach der deutschen Einheit – seine Meinung zum Ausdruck bringen kann, oder?
Wer heute lieber im Regen zu Hause geblieben ist, für den gibt es hier ein kurzes Video mit Eindrücken des Großen Zapfenstreichs.

großer Zapfenstreich 
Großer Zapfenstreich 
Großer Zapfenstreich 
Großer Zapfenstreich 
Großer Zapfenstreich