14 Objekte oder befriedete Gerätschaften, wie Künstler Günther Uecker sie selbst nennt, sind ab morgen in der Kunsthalle Rostock zu sehen. Die Arbeiten entstanden 1992/93 als direkte Reaktion auf die Gewalt und die fremdenfeindlichen Ausschreitungen am Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen. Wie Schnupftabak habe er sich damals vor Ort „den Geruch dieses rauchenden zum Ofen gemachten Wohnhauses in die Nase gezogen“, erinnert sich der gebürtige Mecklenburger.
Als „Porträt eines in Deutschland lebenden Künstlers, der handelnd versucht, diese Erregtheit, diese Erschüttertheit bildnerisch zum Ausdruck zu bringen“, beschreibt Uecker seine Werkgruppe „Der geschundene Mensch“. „Weiße Tränen“ zeugen vom Leid, ein „Aschegarten“ steht als Synonym für Tod und Verbrechen, dazwischen die „Foltergeräte“: ein Hindernisweg, ein Tisch mit Nägeln oder ein „Gerät auf Wörtern“, das wie ein Pflug auf der verletzten Erde steht. Es ist seine ganz persönliche Reaktion auf die „Verletzung des Menschen durch den Menschen“.

Zusätzlich zur Ausstellung zeigt die Kunsthalle in ihrem White Cube neue für Rostock entstandene Arbeiten, etwa eine große Sandmühle. Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann hofft, die Ausstellung in Rostock behalten und dauerhaft im neu entstehenden Schaudepot präsentieren zu können.

Die Ausstellung „Der geschundene Mensch“ wird morgen um 18 Uhr in der Kunsthalle Rostock eröffnet und kann bis zum 11. September 2016 jeweils dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt kostet 8 bzw. ermäßigt 6 Euro.