
Die SchulMusikSchule Rostock ist ein Verein, der vor zwei Jahren gegründet wurde. Sie ist sozusagen eine mobile Musikschule. Da es für Kinder aufgrund verlängerter Unterrichtszeiten und anderer Aktivitäten heutzutage nicht mehr so einfach ist, nachmittags noch eine Musikschule zu besuchen, viele aber dennoch ein Instrument erlernen möchten, kommen die Lehrer der SMS in die Schulen ihrer Schützlinge.
Dass dabei tolle Arbeit geleistet wird, konnte man im Laufe des Nachmittags sehen oder besser hören.

Britta Kamp, Leiterin der UNICEF-Gruppe Rostock, freute sich, dass es nun doch noch einen Nachholtermin gab. Das Konzert sei auch etwas ganz besonderes, da zu diesem Anlass Kinder musizieren, um anderen Kindern zu helfen.

Vielleicht motivierte an diesem Nachmittag nicht nur die Aussicht, helfen zu können, sondern auch, das eigene Können mal vor den Augen der stolzen Eltern oder eines kritischen Publikums zu zeigen. Im ersten Teil des Konzertes präsentierten die Schüler klassische Musik - am Klavier, auf der Querflöte oder Klarinette. Beeindruckend dabei war, wie jung einige von ihnen noch waren und trotzdem traten sie zum Teil schon mit kleinen Eigenkompositionen an.
Eine kleine Besonderheit stellte der Auftritt von Christian dar: Er sang das Volkslied „In einem kühlen Grunde“ und zeigte, so der Vorsitzende der Musikschule, „dass deutsche Musik für die Jugend von heute nicht nur noch Bushido, Silbermond und Co. bedeuten muss“. Dass er sich nicht nur für Volkslieder interessiert, stellte der junge Mann dann im zweiten Teil des Konzertes unter Beweis. Dort trat er zusammen mit seiner Band mit Songs von Nirvana und den Red Hot Chili Peppers an.
Dass Nirvana die Inspirationsquelle schlechthin für angehende Rockmusiker ist, bewies der zweite Teil der Veranstaltung. Dazu hatten sich nicht nur Schüler der Musikschule gemeldet, sondern auch Bands von außerhalb, die vom Konzert gehört hatten und gerne dabei sein wollten. Unter ihnen „Headless“ aus Bützow, bestehend aus fünf jungen Musikern und der Sängerin Christin Drews. Auch sie hatten Nirvana mit in ihr Repertoir aufgenommen.

Bitte nicht falsch verstehen: die beiden Jungs haben super gespielt und gesungen. Nur die Textzeilen „Du liebst ihn nur, weil er ein Auto hat und nicht wie ich, ein klappriges Damenrad“ oder „Du bist mit ihm im Theater gewesen, ich hab dir nur Fix und Foxi vorgelesen“ wirkten aus dem Mund des Teenagers, wesentlich authentischer, als es die Ärzte je hinbekommen hätten.
Später trat mit den “Dark Eagles” noch eine reine Mädchen-Band auf, quasi als Gegenpol zu den anderen, deutlich männlich dominierten Bands. Die Mädels verzichteten auch darauf irgendwas von Nirvana zu spielen. Zum Abschluss folgte die Band “Spotlight”, die im Rahmen der Band AG der Schule entstanden war. Sie hatten sich für „Smells Like Teen Spirit“ entschieden und bereiteten der Veranstaltung mit „Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller auch ein passendes Ende.
