Zeitreisen sind schwierig. Mal von den technischen Hürden einer Zeitmaschine abgesehen, bleiben da noch die lästigen Probleme mit den Paradoxa, wenn man in der eigenen Vergangenheit oder Zukunft herumpfuscht. Ganz ohne technische Hilfe und mit deutlich verringertem Risiko kann man sich ab Donnerstag auf der Hanse Sail in Rostock in die Hansezeit zurückversetzen lassen.
Auf der Silohalbinsel wird es nämlich mittelalterlich-hanseatisch - erstmalig in der zwanzigjährigen Geschichte der Hanse Sail übrigens. In erster Linie für Kinder wird jede Menge geboten (sogar Betreuung, wenn sich die Eltern allein umsehen möchten) – alle anderen dürfen sich natürlich auch am unterhaltsamen Hanse-Treiben erfreuen. Schon jetzt sind erste Schritte zu in die Vergangenheit zu erkennen.
Unter der Aufsicht von Carsta und Anni sind die Aufbauarbeiten in vollem Gange. Im Rahmen ihrer Ausbildung zu Eventmanagerinnen absolvieren beide ein Praktikum beim Planungsbüro der Hanse Sail. Ein bunt bemaltes „Koggenwrack” entsteht langsam unter dem (noch) grauen Hansestadthimmel.
Es ist eine Anfertigung für das „Miniland-MV” in Göldenitz, wo die Kogge nach der Hanse Sail auch endgültig „stranden” wird. Seit Januar und noch bis zum heutigen Tage wird nun schon vom Arbeitsförderungs- und Ausbildungswerk (AFW) an ihr im Überseehafen gewerkelt. Und obwohl sich viel Mühe gemacht wurde, sie sowohl optisch attraktiv als auch erlebbar zu gestalten, verhindern Sicherheitsbestimmungen, dass sie von Kindern betreten werden darf. Nur das Hanse Sail Maskottchen Christopher darf die Stellung halten. Die Rolle als stimmungsvolle Kulisse steht ihr aber schon jetzt gut. Und sie stellt ja wie gesagt bei weitem nicht das einzige Highlight dar.

Und wenn die Kinder sich dann als Händler probieren und selbst gebastelte Münzen gegen „wertvolles” Salz eintauschen, ist die Reise in diese Zeit fast komplett. Weitere Stände, zum Beispiel mit mittelalterlichem Schmuck sowie Speisen und Getränken – unter anderem an einer Wikingertaverne - und eine Bühne runden das Erlebnis ab. Dudelsack, Shantygesang und Harfenspiel entführen in die Zeit vor Techno und DSDS.

Kaufmannskontor, Feldküche, Schmiede und Schenke werden durch das Hansevolk „zeitgemäß” bevölkert. Alle Beteiligten lassen die Abläufe des Handels inklusive dem Entladen einer Kogge für die Besucher wieder aufleben. Dass bei allem Handel der Spaß zur Hansezeit nicht zu kurz kam, zeigen Gaukler von „Cocolorus Diaboli” und „Historia Spectaculum”.