In der Kunsthalle stellte der Rostocker Autor Henrik „Harri“ Engelmann gestern seinen Debüt-Roman „Russenblut“ vor. Zuvor hatte er bereits „Signale im Regen“ (1987), „Aufzeichnungen eines Autokäufers“ (1998) und „Japanischer Garten“ (2000) veröffentlicht.
Nach einer kleinen literarischen Schaffenspause wurde im feierlichen Ambiente der Kunsthalle sein neuestes Werk vorgestellt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Manfred Keiper (andere Buchhandlung). Bis auf den letzen Platz war der Saal gefüllt. Dies spricht für das sehr gute Standing des Schriftstellers in Rostock und Umgebung. Für seine Arbeiten erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen.

Sein Romantitel sei auf keinen Fall diskriminierend oder ähnlich zu verstehen, sondern eher ironisch gemeint. Mit dem Zusatz „Roman über eine uneingestandene Abkommenschaft“ gibt der Autor schon einen kleinen Vorgeschmack auf seinen charmanten Wortwitz. Die ausführliche Lesung wirkte trotz der weniger gemütlichen Stühle sehr kurzweilig und durch die sympathische Vortragsweise sehr unterhaltsam.

Das Buch schildert das Leben eines Jungen, dessen Vater ein russischer Offizier und dessen Mutter die älteste Tochter einer Flüchtlingsfamilie ist. Um diesen Fakt herum ranken sich einige Verborgenheiten: „Es liegt in der Natur von Geheimnissen, sich mitunter aufzublasen und schließlich zu platzen.“
Es besteht in der Geschichte der Lektüre sogar ein lokaler Bezug zu Rostock, da sich einige Stationen des - teils autobiografischen - Hauptdarstellers dort abspielen. Aber mehr wird nicht verraten. Für Interessierte ist das Buch ab sofort käuflich zu erwerben. Und es ist durchaus ein Geheimtipp für den Platz unter dem Weihnachtsbaum.