Ein Schwimmbecken mit lebenden Delphinen und einem 20 Meter hohen Sprungturm, Sofas mit Bildschirm für jeden Schüler und zwei Stunden lange Pausen, in denen es Hotdogs auf dem Pausenhof gibt. Alle Vorstellungen, die ein zehnjähriger Junge von seiner perfekten Schule aufschrieb, konnte Bauherrin Sigrid Hecht vom kommunalen Eigenbetrieb KOE nicht erfüllen. Aber die Phantasie des Jungen habe ihr gezeigt, dass Kinder in der Schule einen Ort sehen, „an dem sie Spaß haben, an dem sie Freunde treffen, an dem sie schöne Dinge erleben und wo sie gerne hingehen“, so Hecht.
Nach rund 2,5 Jahren Bauzeit lernen die Kinder seit Schuljahresbeginn wieder in der frisch sanierten und erweiterten Heinrich-Heine-Grundschule in Warnemünde. Heute Vormittag fand die offizielle Schlüsselübergabe statt. In Corona-Zeiten konnten die Schüler ihr neues Haus zwar nur ohne direkten Kontakt als Video präsentieren, aber auch darin zeigten sich moderne, helle und freundliche Unterrichtsräume. Statt klassischen Kreidetafeln gibt es digitale ActivBoards, Beamer und Computer-Ecken. Durch den Abriss der alten Hortgebäude fanden auf dem Schulhof neue Klettergerüste Platz.

Mit dem Anbau hat die Grundschule auch einen Fahrstuhl bekommen, über den alle Etagen des Alt- und Neubaus stufenlos erreichbar sind. „Jetzt sind wir barrierefrei“, freut sich Schulleiterin Judith Plaumann. Bislang konnte man Schüler, die etwa auf einen Rollstuhl angewiesen sind, an der Heine-Schule nicht aufnehmen.
Nachdem eine Zeit lang über einen kompletten Neubau am Ortsrand nachgedacht wurde, hat man sich doch für den Erhalt des Standortes entschieden. Bei der denkmalgerechten Sanierung des bereits 1881 als Bismarck-Schule errichteten Baus gab es einige Herausforderungen. So wurden die Fenster im Altbau nach historischem Vorbild neu angefertigt. Durch ihr spezielles, leicht welliges Antik-Glas besitzt die Fassade einen ganz eigenen Charme. Auch auf die Verzierung des Giebelfirstes mit Akroterien wurde im Rahmen der denkmalgerechten Sanierung Wert gelegt.

Rund 8,35 Millionen Euro sind in die Sanierung und Erweiterung der Heinrich-Heine-Grundschule geflossen, etwa 500.000 Euro mehr als ursprünglich geplant, dafür konnte an anderer Stelle in Rostock günstiger gebaut werden. Knapp sechs Millionen Euro hat das Land aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beigesteuert. „Hier steckt ganz viel Europa drin“, freut sich Bauminister Christian Pegel: „Da kommt das große, abstrakte Europa ganz konkret vor Ort an.“
Während der Baumaßnahmen fand der Unterricht in einer Containerschule am Sportpark in der Warnemünder Parkstraße statt.