Ausstellung von Helmtrud Nyström
Zum sechsten Mal zeigt die Schwedin ihre Grafiken in der Galerie Möller
15. Juli 2011, von Eva
Helmtrud Nyströms Hauptinspirationsquelle, die Natur, ist auf jedem der ausgestellten Bilder zu erkennen. „Ich möchte hauptsächlich das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur abbilden“, erklärte die 72-jährige Künstlerin. Vor allem, da sich diese beiden, laut Nyström, in der heutigen Zeit immer weiter voneinander entfernen. Vielleicht lässt sich auch damit die auffälligste Eigenart ihrer Bilder begründen: Die eingefügten Menschen sind, realistisch gesehen, viel zu klein im Vergleich zu ihrer Umgebung.

Die in Hannover geborene Künstlerin lebt und arbeitet seit fast 50 Jahren in Schweden. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass ihre Bilder nur schwedische Bäume und Flüsse zeigen. Doch Nyström korrigierte diesen Eindruck sofort: „Ich male auch norddeutsche Landschaften.“ Der Unterschied sei auch nicht so groß, da sie mit ihrem Mann in Südschweden lebt, wo es eine ähnliche Umgebung gebe. Eine Entscheidung, welche der beiden Landschaften schöner ist, kann sie deshalb wohl nicht treffen.

Die international berühmte Grafikerin lehrte bereits in Reykjavik, Canberra/Australien und an der Universität Greifswald. Kunstinteressierte denken da natürlich sofort an den bedeutenden Sohn der Stadt: Caspar David Friedrich. So auch Galeristin Ulrike-Sabine Möller in ihrer Eröffnungsrede. Neben der Naturabbildung habe Nyström, ihrer Meinung nach, mit dem Maler der Früh-Romantik außerdem das Melancholische gemein. „Höchstens mit dem späten Friedrich“, schränkte die Künstlerin den Vergleich jedoch sofort ein. Wenn man sich genauer mit den beiden Kunstschaffenden beschäftigt, fällt auch eine weitere Parallele auf: das Mystische. Die schwedische Malerin verwendet, vor allem in ihren Radierungen, Symbole der Ursprungsvölker, die sich wie ein roter Faden durch ihre Werke ziehen.

Helmtrud Nyströms Bilder sind in der ganzen Welt zu sehen und nun auch zum wiederholten Mal in der Galerie Möller. Was der Künstlerin an Warnemünde gefällt? „Es ist eine bezaubernde Kleinstadt, die sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt hat.“ Zur Vernissage sind viele Leute gekommen, um sich die „dunklen, aber nie düsteren“ Bilder der Schwedin anzusehen. Die Beschreibung stammt von Galeristin Möller und trifft, etwa bei der Betrachtung des Bildes „Am Weiher“, ohne Zweifel zu. Dargestellt ist eine, in dunkles Grün getauchte Waldlandschaft. In dem Fluss, der diese durchquert, watet eine kleine, grau-weiße Gestalt. Auf der Höhe des Ufers befinden sich übergroße, blaue Vögel, die die einsame Stimmung des Motivs auflockern.

Die Techniken, mit denen Nyström ihre Bilder malt, sind schon sehr alt, wie das Monotypie-Verfahren. Dabei wird das Bild erst auf Glas, Acryl oder Metall gemalt, um dann auf ein Papier gepresst zu werden. Mit modernen Computergrafiken haben ihre Collagen also wenig zu tun. „Ich beabsichtige nicht mit meinen Bildern in diese Richtung zu gehen“, erklärte Nyström. Muss sie auch gar nicht, denn ihre Werke spiegeln etwas Zeitloses wieder. Ansehen kann man sich die Grafiken Helmtrud Nyströms noch bis zum 23. August oder auch bei der Jubiläumsfeier der Galerie Möller am 31. Juli, ab 17 Uhr.