Mit einer festen Glaswand soll zukünftig das südliche Ufer des Alten Stroms in Warnemünde vor Sturmfluten geschützt werden. So sehen es die Planungen des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) vor.
Bei der Vorstellung des Projektes sei es immer wieder zu Diskussionen gekommen, berichtet Amtsleiter Hans-Joachim Meier. Zuletzt schlug ein Anwohner des Alten Stroms als Alternative eine mobile Dammbalkenwand vor, um nicht ständig durch das Glas hindurchsehen zu müssen. Außerdem riefen Fragen hinsichtlich der Sauberkeit und Pflege des Baumaterials Skepsis hervor. Eine spezielle Beschichtung soll Graffiti und Scratching jedoch verhindern, beruhigte der Amtsleiter.

„Für solche Wände müssen wir immer erst die Dienstbereitschaft herstellen. Die Anlage muss erst aufgebaut werden, was Risiken birgt. Auch mit technischen Neuerungen sind diese nicht vermeidbar“, gibt Ronny Schmidt vom Dezernatsbereich Küste des StALU zu bedenken.
„Mit dieser Wand schaffen wir sogar noch eine Vergrößerung des Sichtfeldes, denn die Oberkante des Betonteils wird etwa 30 Zentimeter unterhalb des jetzigen Niveaus liegen“, erläutert Hans-Joachim Meier die Pläne.

Die Gesamthöhe der Konstruktion wird dann 3,40 Meter betragen und so den heute gültigen Richtlinien zum Hochwasserschutz entsprechen. Bei der jetzigen Ufermauer, die in den 1960/70er Jahren gebaut wurde, reicht die Höhe nicht aus. Ab Ende 2013 soll deshalb eine neue Wand gebaut und bis zum Saisonbeginn 2015 fertiggestellt werden. Zu den Baukosten wollte sich Meier nicht äußern. Die Planer rechnen für diesen Bauabschnitt jedoch mit einer siebenstelligen Summe.

Hochwasserschutzmaßnahmen am gegenüberliegenden Ufer des Alten Stroms sollen bei den Planungen der Mittelmole berücksichtigt werden.
Am 13. März sollen die aktuellen Pläne zur Sturmflutschutzanlage am Alten Strom bei einer Ortsbeiratssitzung noch einmal der Öffentlichkeit ausführlich vorgestellt werden.
Visualisierung: Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg