Warnemünder Oval: Promenade am Alten Strom
Am Südende des Alten Stroms in Warnemünde lädt seit heute eine neue Promenade zum Bummeln am Wasser ein – sie ist Teil des neuen Sturmflutschutzbauwerks
27. Februar 2020, von Olaf
Rostock wartet noch darauf, Warnemünde hat ihn schon: den Rundweg am Wasser. Während das Rostocker Oval rund um den Stadthafen frühestens zur Buga 2025 mit einer Brücke über die Warnow geschlossen wird, können die Warnemünder und ihre Gäste seit heute auf der neuen Promenade am Alten Strom flanieren.
Bereits Anfang Januar wurde die neue Sturmflutschutzwand am Südende des Alten Stroms in Betrieb genommen. Heute folgte die offizielle Verkehrsfreigabe für die ins Bauwerk integrierte Promenade.
Der neue Weg unterhalb der Mauer ist über vier Durchgänge erreichbar und macht den Alten Strom für Einwohner und Touristen wasserseitig erlebbar. Die Promenade ist barrierefrei erreichbar und mit einem Leitsystem für blinde bzw. sehschwache Personen ausgerüstet. Bänke laden zum Verweilen ein. Insgesamt ist der Rundweg über die Bahnhofsbrücke und das Südende des Alten Stroms etwa einen Kilometer lang.

Sturmmarken auf Infotafel zeigen bisherige Wasserstände
Sogenannte Sturmflutmarken zeigen auf einer Informationstafel am Durchgang 2 historische Hochwasserstände in Warnemünde. Mit 2,71 Meter über Normalhöhennull (NHN) wurde der bisher höchste Pegel am 13. November 1872 gemessen – ein laut StALU „250-jährigen Ereignis“, bei dem selbst über die neue Mauer noch etwas Wasser schwappen würde. Erst gut ein Jahr ist es her, als Sturmtief „Zeetje“ immerhin für einen Wasserstand von 1,67 Meter über NHN sorgte.
Über einen QR-Code auf der Tafel können zusätzliche Informationen über das Bauwerk und den Küstenschutz abgerufen werden.
Sturmflutschutzwand soll bis 2100 vor Hochwasser schützen
Das Sturmflutschutzbauwerk ist etwa 500 Meter lang und ersetzt die 1972 in Betrieb genommene Flutschutzwand, die nicht mehr ausreichend sicher war, was Statik und Höhe betrifft .

Die neue Wand ist für Wasserstände bis zu 2,50 Meter über Normalhöhennull (NHN) ausgelegt. Zuzüglich 25 Zentimetern Aufschlag für die Wellen liegt die Konstruktionsoberkante bei 2,75 Meter und damit „nicht viel höher als die ursprüngliche Wand“, betont Ines Liefke, Leiterin des für den Hochwasserschutz zuständigen Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt (StALU). Auf diese Weise konnten die bisherigen Sichtachsen weitgehend erhalten bleiben und mit der Promenade ein neuer „Besuchermagnet“ geschaffen werden, so Liefke.
Bei Bedarf können die Module unterfüttert und die Wand so um 20 Zentimeter erhöht werden. Steigt der Meeresspiegel wie erwartet um 50 Zentimeter in 100 Jahren an, müsste die Erhöhung in etwa 40 Jahren erfolgen. Alternativ zur Unterfütterung könnten auch komplett neue Module (z.B. Glaselementen) eingesetzt werden, um die Sicht auf den Alten Strom zu erhalten. Insgesamt soll der Hochwasserschutz so für die auf 80 Jahre veranschlagte Lebensdauer des Bauwerks sichergestellt werden.

Im Fall einer Sturmflut werden die vier Durchgänge von der freiwilligen Wasserwacht Warnemünde mit Dammbalken verschlossen. Diese sind oberhalb der Mauer in Kästen untergebracht, die gleichzeitig als Sitzbänke dienen.
Elf Millionen Euro investiert
26 Monate haben die Arbeiten am Sturmflutschutzbauwerk gedauert, rund elf Millionen Euro wurden investiert. 9,25 Mio. Euro kommen aus Bundes- und Landesmitteln, der Rest von der Stadt, die im Zuge der Baumaßnahme Lampen und Anschlüsse erneuert hat.