Das Hoffest auf dem Grundstück der alten Plattenbauschule in der Friedrichstraße 23 hat schon eine lange Tradition. Dieses Jahr haben sich die Organisatoren den schönen Slogan „Frieda, Freunde, Eierkuchen“ ausgedacht. Und nicht nur die Tatsache, dass es dort wirklich Eierkuchen gab, lockte mich am Freitagnachmittag auf das Gelände der Kunstschule und des Instituts für Neue Medien (ifnm).
Das Projekt „Frieda 23“ ist vielen Rostockern bekannt und liegt auch schon lange auf den Schreibtischen der Stadtverwaltung. Denn nach der Sanierung des kompletten Gebäudes soll ein Kunst- und Medienzentrum in der ehemaligen Schule entstehen. Die Kunstschule Rostock, das ifnm und ein kleiner Teil von LOHRO befinden sich bereits hier, nach dem Umbau soll unter anderem noch das Lichtspieltheater Wundervoll (LiWu) hinzukommen.

Auch die Kunstschule stellte stolz die Arbeiten ihrer großen und kleinen Schüler auf den Gängen und in den Arbeitsräumen aus. Im Zentrum stand die Ausstellung der Studenten des Vorstudiums.
Ariane Hallier, Carolin Zimmermann, Julia Uplegger und Harro Lange haben die erste Hürde auf dem Weg zu einem künstlerischen Werdegang genommen. Die Fotos, Zeichnungen und Collagen beeindruckten mich sehr und ich fragte Carolin, was sie zu ihren Bildern inspiriert habe. „Die Musik. Sie ist ein Leitfaden in meiner Arbeitsmappe.“ Die 19-Jährige hat gleich nach der Schule das Vorstudium an der Kunstschule begonnen. Ihr Pläne für die Zukunft? „Ich will Kommunikationsdesign in Kiel studieren.“ Dem dürfte wohl nichts im Wege stehen, eine beeindruckende Bewerbungsmappe hat sie ja bereits.

Das Wetter, von dem das Hoffest jedes Jahr abhängig ist, blieb an diesem Tag gnädig und verschonte uns ausnahmsweise mit Regen. Die fehlende Sonne versuchte dafür die Band „Melodealer“, mit dem FiSH-Gründer Matthias Spehr, zu ersetzen. Aus ihrer Trickkiste zauberten sie neben Irish Folk, Chanson und Kabarett, auch immer wieder wechselnde Instrumente und eingängigen deutschen, russischen und jiddischen Gesang. Ihre amüsanten Liedtexte werden mir auf jeden Fall noch eine Zeit lang im Gedächtnis bleiben.


Wann die Umbauarbeiten in der Frieda 23 beginnen werden, steht noch nicht fest. Eines steht für mich jedoch fest, wenn im neuen Kunst- und Medienzentrum so eine stimmige und schöne Interaktion herrscht, wie auf dem alljährlichen Hoffest, kann es mit der Kultur in Rostock nur bergauf gehen.