

Ganz ohne wirtschaftliche Förderung entschied sich die Firma Gustke vor ungefähr zwei Jahren für den Kauf eines hybriden LKWs. Über die Initiative des Unternehmens freute sich auch Wirtschaftsminister Jürgen Seidel: „Die Energiewende muss vor allem auch im Verkehr ankommen.“ Im PKW-Bereich ist die Hybridtechnik schon seit längerer Zeit verfügbar, wenn auch noch nicht etabliert. Für den Privatverkehr gibt es mittlerweile auch reine Elektroautos. Das ist bei LKWs aufgrund der größeren Leistung jedoch noch nicht möglich. Die gespeicherte Energie wird hier bisher nur für das Halten und Anfahren benutzt. Praktisch ist immerhin, dass der Strom nicht aus der Steckdose kommt, sondern vom Fahrzeug selbst erzeugt wird. Ein Akku speichert die durchs Bremsen erzeugte Energie. Daher lohnt sich der Hybrid-LKW vor allem im Stadtverkehr und weniger auf der Autobahn.
Der vorher geschulte Fahrer des neuen LKWs war zur Inbetriebnahme leider nicht anwesend, da er sich noch im Urlaub befindet. Laut Mercedes-Mitarbeiter Christoph Konieczny kann er es aber kaum erwarten, mit dem neuen Brummi täglich durch die Hansestadt zu fahren. Konieczny begleitete den Fahrer bei der Abholung des Fahrzeugs aus dem baden-württembergischen Werk. „Er fährt sich eigentlich wie ein normaler LKW. Nur beim Bremsen merkt man den automatischen Sprung vom Diesel- zum Elektromotor.“ Und auch wenn das Modell eher für den Stadtverkehr gedacht ist, konnte es bei seiner ersten Autobahnfahrt bereits Kraftstoff sparen, wie ein eingebautes Display anzeigt.
Mit diesem in den neueren Fahrzeugen eingesetzten Telematik-System können Hersteller und Spedition den Spritverbrauch nachvollziehen. Da die Firma Gustke schon lange auf Umweltschutz setzt, werden die gewonnenen Daten auch für gezielte Fahrübungen verwendet. Die LKW-Führer, die besonders spritsparend sind, erhalten dafür eine regelmäßige Prämie vom Unternehmen. Zusätzlich ist die digital gespeicherte Verbrauchsbilanz für die Entwicklung neuer Fahrzeuge und Motoren wichtig. Getestet werden diese Hybridmotoren zum Beispiel auch an der Universität Rostock.

Das ökologische Umdenken der Wirtschaft hat nun also auch Rostock erreicht und wird hoffentlich in den nächsten Jahren mit Investitionen und Innovationen vorangetrieben. Weitere Informationen zum Hybrid-LKW sind unter http://www.gustke-logistik.com/umwelt zu finden.