
Anstoß dafür gab ihm dieses Erlebnis. Denn das hat ihn auf die Idee gebracht, ein Medizinprodukt zu entwickeln, das - an jede Pflegekraft verteilt - die Übertragung von Keimen verhindern soll. Was sich genau dahinter verbirgt, das will der Erfinder noch nicht verraten, da sich sein Produkt gerade in der Patentierungsphase befindet. Aber der Prototyp sei schon fertig und eine zweite Variante habe er daraus auch schon entwickelt, sagt der 23-Jährige, der anfänglich noch mit einem Partner zusammengearbeitet hat. Unterstützt hat ihn dabei die Universitätsklinik, die wohl auch zu den ersten Nutzern dieses Produktes zählen wird. Der Kampf gegen Keime gehört in Krankenhäusern zum Alltag, der bereits jetzt schon mit unterschiedlichen Mitteln ausgefochten wird. „Doch die sind teurer und nur 24 Stunden wirksam“, unterstreicht Julian Sturm die Vorteile seiner Erfindung.

66 Ideen wurden in diesem Jahr für den Wettbewerb eingereicht – ein neuer Rekord. Ihre Bandbreite reicht über alle Forschungsdisziplinen: von der Medizin und den Naturwissenschaften über die Informatik bis hin zu den Geisteswissenschaften. Für die drei besten Ideen aus den beiden Kategorien Studierende und Forscher/Absolventen machte das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur 38.000 Euro Preisgelder locker.
Den ersten Platz bei den Studierenden belegten Michael Zimmer, Alain Steinmann und Johannes Steffen für „Scive-Scientific Services“. Denn sie haben erkannt, was kleine Technologieunternehmen für ihre Produktentwicklung brauchen, sich aber nicht immer leisten können: ein modern ausgestattetes Labor oder teure Spezialgeräte. Die gibt es in der Uni und hier werden sie gerade zwischen zwei Forschungsprojekten nicht immer gebraucht. Diese Kapazität soll besser ausgenutzt werden. Deshalb wollen sie mit ihrem Service zwischen den Einrichtungen vermitteln.

Sie haben eine Software entwickelt, die das Lesen umfangreicher Texte erleichtern soll. Sie erkennt Muster in Texten und wandelt sie in Grafiken um, sodass der Leser schon vor der eigentlichen Lektüre die wesentlichen Aussagen des Dokumentes erahnen kann.
„Mit dieser Vorahnung ist das Lesen relativ einfach, weil es keine Überraschungsmomente gibt“, erklärt Diplom Pädagoge Stefan Pforte. Vor allem für Beratungsunternehmen, Markt- und Sozialforschungsinstitute, die Interviewanalysen machen und Wissenschaftler könnte diese Software interessant sein, so Pforte.Ideenwettbewerb 2011 an der Uni Rostock - Die Gewinner im Überblick:
Kategorie Forschende/Absolventen
- Preis (15.000 Euro): „TEXTRAPIC“ - Anja Passehl, Stefan Pforte, Konrad Jacobi
- Preis (8.000 Euro): „Rostocker Keimpirat“ - Julian Sturm, Alexander Reymann
- Preis (4.000 Euro): „BlickArtistik“ - PD Dr. Petra Schulz, Stefan Schumacher
Kategorie Studierende
- Preis (5.000 Euro): „SCIVE-Scientific Services“ - Michael Zimmer, Alain Steinmann, Johannes Steffen
- Preis (2.500 Euro): „FahrradJaeger“ - Martin Jäger, Steffi Wulf
- Preis (1.500 Euro): „Waldwerkstatt MV“ - Nils Vetter, Stefanie Konrad

BioCon Valley vergab den mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis Gesundheitswirtschaft an Sebastian Bonk und Thomas Kröger für ihre Idee „Modulares Zellkultursystem mit integrierter Mikrofluidik-Komponente“.
Auch im nächsten Jahr sollen wieder die besten Ideen im Forschungsraum Rostock prämiert werden. Bis zum 30. April 2012 werden Anmeldungen für den Wettbewerb beim Gründerbüro entgegengenommen. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Website: www.ideenwettbewerb.uni-rostock.de