
Um Abhilfe zu schaffen, gab es einen Ideenwettbewerb - am Dienstag luden Vertreter der Stadt zur Präsentation der Ergebnisse ins Kulturhistorische Museum ein.
Das Gebäude ist für Rostock voller Geschichte und nicht nur architektonisch wertvoll. Anno 1875 von der Societät als Gesellschaftshaus erbaut, wurde es 1903 in die damalige Museumslandschaft eingebunden. Zu DDR-Zeiten diente es 35 Jahre als das bis heute bekannte Schifffahrtsmuseum. Mit der gesellschaftlichen Wende kam es ab 1989 aufgrund fehlender Gelder im Stadthaushalt zu Problemen. 2003 musste es gar geschlossen werden. Drei Jahre später übernahm der Nachfolger des einstigen Bauherrn, die Societät Rostock maritim e.V., das Museum ehrenamtlich.
Im Rahmen eines von der Europäischen Union kofinanzierten Projektes wurde nun dieser Ideenwettbewerb von unseren Stadtoberen als Chance ergriffen, die Neuordnung der musealen Landschaft in Rostock anzupacken und das Museum in der August-Bebel-Straße gleich mit ins Boot zu holen. Möglichst saniert, versteht sich.

Der Ort der Präsentation war mit Bedacht gewählt worden. Schon seit Langem reichen die Räumlichkeiten des Kulturhistorischen Museums mit seiner Ausstellungsfläche von 1.866 qm nicht aus, um die sage und schreibe über 136.000 Objekte der Kultur- und Alltagsgeschichte unserer Region auch nur annähernd vorstellen zu können. Darum soll das ehemalige Schifffahrtsmuseum nun im Kulturhistorischen Museum aufgehen und auch räumlich eine Annäherung beider Gebäudekomplexe erreicht werden.

Neben der gerade in Sanierung befindlichen „Großen Stadtschule“ am Rosengarten und dem Rathaus sei es das „letzte große Gesellschaftsgebäude in der Hansestadt Rostock, das einer Veränderung harrt“, so Methling. Er begrüßte den Ideenwettbewerb außerordentlich und bedankte sich für den Eingang der sieben Projektvorschläge.
Eine fachkundige Jury habe alle eingereichten Arbeiten sorgsam studiert und kam zu dem Schluss, dass gleich zwei Projektteams ein zweiter Preis verliehen werde. Kein Erster zwar, aber in Kombination seien beide Ausarbeitungen zusammen die zurzeit attraktivste Variante.
Preisträger sind die „GPK Architekten“ in Zusammenarbeit mit „Rutsch + Rutsch Innenarchitektur GbR“ und weiteren Zuarbeitenden, deren Konzept zur Einbindung des Museums in die Umgebung besonders gewürdigt wurde. Einen weiteren zweiten Preis erhalten die „dk architekten“ mit Sitz in Stuttgart. In ihrer Arbeit gelänge besonders die Verschmelzung von historischer und moderner Architektur. Dies führe beim Betrachter gleichsam zu einer Rückbesinnung auf den vorhandenen Standort.

Der OB regte an, einen weiteren Wettbewerb der Ideen auszuloben, der sich noch mehr mit den inhaltlichen Kriterien zum Museum befasse. „Man sollte weitermachen.“, so seine Ermunterung an alle Anwesenden. Damit übergab er das Wort der Kultursenatorin.

Als Termin für die Fertigstellung dieses musealen Großprojektes ist das Jahr 2018 anvisiert. Ist noch etwas hin, denke ich bei mir. Dann wird Rostock 800 Jahre alt sein und vermutlich viel feiern. Warum nicht auch die Einweihung des neuen, erweiterten Standortes des Kulturhistorischen Museums in der August-Bebel-Straße 1?
Das Einzige, was dem heute entgegensteht, dürften vermutlich die Kosten für dieses Vorhaben sein. Diese sind in der jetzigen Phase des Projektes noch nicht bekannt. Ob die Rostocker Bürgerschaft da Gelder zusagen wird?
Interessierte und Neugierige können sich die sieben Projekte in der Ausstellung im Kulturhistorischen Museum noch bis zum 17. Juni 2010 zu den gewohnten Öffnungszeiten ansehen.