Schülerfirma Rollmap GbR gewinnt IHK Schulpreis 2012
IHK zu Rostock verleiht Preise an die besten Schülerfirmen des Kammerbezirks
27. September 2012, von Maria„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, witzelt der IHK-Kammerpräsident Wolfgang Hering. Und meint doch ein relativ ernstes Thema: Schließlich haben sich viele Schüler neben der Schule noch aktiv an einem Unternehmen beteiligt, kreative Ideen ausgeheckt und sich mit ihrer Umsetzung beschäftigt.

Vor allen Konkurrenten setzte sich die Rollmap Schüler GbR vom Erasmus-Gymnasium in Rostock durch. Sie entwickelten ein Kartensystem, dessen Zweck es ist, sich trotz Gehhilfe leicht in Rostock und Warnemünde zu bewegen. „Wir haben uns schon vor zwei Jahren als dpn-Projekt (disable person navigation) vorgestellt, die Idee aber nun weiterentwickelt“, erzählt Maximilian. Die Karten mit den genauen Straßeneinzeichnungen stammen vom Katasteramt. Diese wurden dann mit den Farben rot, gelb und grün so markiert, dass die Schwierigkeitsstufen deutlich werden. Die Schwierigkeiten haben die Jugendlichen aus der 12. Klasse persönlich erfahren. „Manchmal denkt man, das schafft man mit dem Rollstuhl, aber dann geht’s doch nicht“, erläutert Melanie den praktischen Test der Straßen mit einem geliehenen Rollstuhl. Die Gruppe gewann ein Preisgeld in Höhe von 1500€, das sie zu einem Teil in die Verbesserung des Projekts investieren wollen.

Der zweite Platz des Wettbewerbs wurde von der Jury an die Schüler der 6. Klasse von der Regionalen „Schule am See“ in Satow verliehen. Sie bekamen als finanzielle Anerkennung 1000€. Die Jungunternehmer von „Wunderwachs“ entwickelten die nachhaltige Idee, dass man aus Kerzenresten wieder neue Kerzen herstellen könnte. Diese werden auch in verschiedenen Läden verkauft. Von den Erträgen spenden die Kinder jährlich eine Summe an eine Jugendgruppe in Tschernobyl, die dann auch nach Satow kommt. „Die Kerzenreste stammen von Spenden von Oma, Opa und Mutti. Die werden dann eingeschmolzen und mit Paraffin gemischt. Und mit Farbplättchen können wir auch andere Farben herstellen“, erklärt Kevin das Prinzip.

Die Drittplatzierten sind die Schüler der „Warnowschule“ in Papendorf. Sie haben einen Berufsorientierungstag an ihrer Schule eingerichtet, an dem sich die Schüler über ihre Perspektiven in der Berufswelt informieren können. Die Idee brachte den Papendorfern 500€. Die Jugendlichen können sich dann bei Betrieben, die in die Schule kommen, an praktischen Beispielen ausprobieren. In diesem Jahr waren 10 Unternehmen zu Gast. So gab es Floristen, mit denen die Schüler eigene Blumensträuße binden durften. Und bei den Rettungssanitätern wurde ein Unfall nachgestellt, bei dem die Jungen und Mädchen das richtige Verhalten lernten.

Auch in diesem Jahr wurde von der VR-Bank Rostock ein Sonderpreis verliehen. Er ging mit einem Check im Wert von 150€ an das Gemeinschaftsprojekt „MRT – The magic REP-Team” des Förderzentrums „Johann Heinrich Pestalozzi“ Ribnitz-Damgarten und die „Rosenhofschule“ Ribnitz-Damgarten.
Mit den erstplatzierten setzten sich ein soziales, ökologisches und ein berufsorientierendes Projekt gegen die anderen Mitstreiter durch. Insgesamt meldeten sich neun Schulen mit acht Projekten auf den Aufruf der IHK. Insgesamt wurden 124 Schulen angeschrieben. Der IHK Schulpreis diene der Auszeichnung derjenigen Schulen, die wirtschaftliches Wissen und Kenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge vermitteln. Des Weiteren sollen sie die Berufsorientierung stärken und einen starken Praxisbezug ermöglichen, erklärt das Jury-Mitglied Veit Unterspann von der Warnow Metall GmbH in Pölchow.
Die Sieger des letzten Jahres kamen ebenfalls vom „Erasmus-Gymnasium“. Sie gewannen auch den gesamt-norddeutschen Wettbewerb, bei dem sie sich vor der IHK Nord e. V. Arbeitsgemeinschaft Norddeutscher Industrie- und Handelskammern der Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vorstellten und sich gegen ihre Konkurrenten durchsetzten. Diese Aufgabe steht den Jugendlichen von „Rollmap GbR“ noch bevor.