Feierliche Immatrikulation an der Universität Rostock
3600 neue Studenten in der St.-Marien-Kirche offiziell begrüßt
17. Oktober 2010, von Andre
„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, wusste schon Hermann Hesse. Und wer am Samstag bei der feierlichen Immatrikulation dabei war, konnte auch leicht das Gefühl bekommen, dass dieser Zauber nun auch bei den neuen Rostocker Studenten und Studentinnen angekommen ist.
Vor der eigentlichen Veranstaltung gab es noch eine weitere Tradition: den Einzug des Senats. Angeführt wurde die Gruppe von Sabrina Lembke im Rollstuhl. Die frisch gewählte Sozialreferentin des AStA der Uni Rostock demonstrierte, dass auch Studenten mit Behinderung eine Chance in Rostock haben, auch wenn noch mehr an der Barrierefreiheit gearbeitet werden muss.

Nach dem Einzug des Senats in die sehr gut gefüllte St.-Marien-Kirche, der von Mitgliedern des Universitätsorchesters und des Universitätschors Rostock begleitet wurde, sprach zuerst der Hausherr. Dr. Matthias Kleiminger, Landessuperintendent der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, begrüßte die Studenten und Gäste und betonte, wie wichtig die Hoffnung ist, um glücklich zu werden.

Nach ihm begrüßte Rektor Prof. Dr. Wolfgang Schareck die Studenten – dies sogar in verschiedenen Sprachen. Seine Rede stand unter dem Motto Freiheit. Dies begann schon damit, dass er wieder im Talar sprechen durfte. Dies sei in der DDR nicht möglich gewesen. Er betonte die besondere Rolle, welche die Universität in Rostock einnimmt und unterstrich, dass Bildung eine Investition in die Zukunft sei. Was die anwesenden Erstsemester sicherlich am meisten freute, war das Freibier, das nach der Immatrikulation vor der Kirche ausgeschenkt werden sollte.

Der nächste Redner war Helmuth Freiherr von Maltzahn. In seinem Festvortrag machte er den Studenten Mut und versuchte ihnen Tipps für ihr Unileben zu geben. Das machte er auf sehr anschauliche Weise, indem er auch sehr persönlich von Erfahrungen aus seiner Studentenzeit berichtete. Es sei wichtig, die Phrasen „kann nicht“ und „geht nicht“ aus seinem Sprachgebrauch zu streichen. Man muss sich Ziele setzen und diese dann auch umsetzen, oder es zumindest versuchen. „Erst die Tat verändert die Welt.“

Zwischen den einzelnen Rednern spielte das Universitätsorchester unter der Leitung von Dirigent Thomas König kurze Musikstücke von dem französischen Komponisten Jean Françaix. Bevor der Rektor zum zweiten Mal ans Rednerpult trat, gab es den Valse von ihm zu hören. In seiner Ansprache verabschiedete Schareck die ausgeschiedenen Professoren des letzten Jahres. Gleichzeitig begrüßte er auch die neuen Dozenten, über deren Verpflichtung er sich sehr stolz zeigte. Zum Abschluss gab er allen Neuankömmlingen der Uni Rostock den Wunsch mit auf den Weg, dass sich alle von Herzen wohlfühlen.

Als letzter Redner trat Philipp Da Cunha an das Pult. Der ehemalige Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses, der letzte Woche von Christian Berntsen abgelöst wurde, war mit seiner Rede am nächsten an den Studenten dran. So räumte er mit einem weitverbreiteten Irrglauben auf: „Häufige Teilnahme an Veranstaltungen gefährdet nicht die Gesundheit.“ Er ermutigte die neuen Studierenden immer nachzufragen, wenn es Probleme gibt und er versicherte, wenn die Grundlagen erstmal fertig behandelt sind, wird die Uni auch interessant.
Im Anschluss wurde gemeinsam Gaudeamus Igitur gesungen und dann zog der Akademische Senat wieder aus der Kirche aus und die feierliche Immatrikulation war beendet.

Zumindest der feierliche Teil, denn es musste ja noch die Großzügigkeit des Rektors ausgenutzt werden. Dies taten zum Beispiel Anne Wiechmann und ihre Freundin Jacqueline Böhme. Anne kommt ursprünglich aus Güstrow und hat jetzt mit der Ausbildung zur Lehrerin in den Fächern Deutsch, Geschichte und Philosophie begonnen. .
Ihr Fazit vom Unistart fiel sehr positiv aus: „Ich hatte eine total geile erste Woche!“ Und auch Jacqueline, die Lehramt Gymnasium mit der Fachkombination Biologie und Deutsch studiert, ist begeistert: „Es ist unglaublich schön alles. Die Menschen sind freundlich und höflich hier.“ Nur vom Rostocker Bier waren beide nicht wirklich begeistert, zu bitter sei es. Die Immatrikulation fanden sie zwar gut, nur leider haben sie nicht viel gesehen.
Wem das ähnlich ging, kann sich im Internet die Aufzeichnung der Veranstaltung anschauen, und sich selbst ein Bild davon machen, wie eindrucksvoll Studenten hier an unserer Uni begrüßt werden.