
Ich betrat also den großen Saal des Peter-Weiss-Hauses und war überrascht. Jeweils drei Reihen Stühle waren links und rechts an der Wand aufgestellt, quer zur Bühne und in der Mitte auf dem Boden lagen Maisblätter. Außerdem waren noch drei Podeste zu sehen, auf denen sich die Handlung abspielte.
Das Stück, welches gespielt wird, heißt „In meinem Himmel“ und beruht auf einem Roman von Alice Sebold. Anfang des Jahres gab es auch eine Verfilmung unter der Regie von Peter Jackson.
Bereits am Anfang des Buches wird das 14-jährige Mädchen Susie Salmon vergewaltigt und getötet. Daraufhin kommt sie in eine Zwischenwelt und beobachtet die Menschen auf der Erde, ihre Familie und Freunde, wie sie mit ihrem Verschwinden umgehen. Man bekommt einen Blick dafür, wie Menschen versuchen, nach einem Verlust, wieder ein normales Leben zu führen.

Man kannte sich vom Jugendtheaterklub oder aus dem Freundeskreis. 15 Schüler und Studenten umfasst das Ensemble. Unterstützt wird das Projekt vom Peter-Weiss-Haus und im Speziellen durch die offene Kinder- und Jugendarbeit, die finanziell half, aber auch Requisiten und den Raum zur Verfügung stellte.
Ich muss zugeben, dass ich sehr skeptisch war. Ich hatte nicht das Gefühl, bei einer Theaterprobe zu sein, sondern eher auf einer Klassenfahrt. Da wurde rumgealbert, ein USB-Stick gesucht und lustige Fotos entstanden natürlich auch. Man muss dazu sagen, dass viele Darsteller noch nicht einmal 16 Jahre alt sind und sie einen doch sehr ernsten Stoff spielen. Aber dann ging das Licht aus und die Show begann.

Doch nicht nur die Akteure überzeugten in ganzer Linie, auch die Musik und die Verwendung des Lichtes taten ihr übriges. Die Verteilung der Handlung auf Podeste macht das Stück sehr dynamisch und man hat trotz der nur spärlichen Kulissen eine sehr bildhafte Vorstellung von der Szenerie.

So ging ich dann einen Tag später zur Premiere und freute mich für das Ensemble, dass alle Stühle besetzt waren. 100 Leute wollten sehen, was die Jugendlichen auf die Beine gestellt haben. Und auch die Premiere hat mir wieder eine Gänsehaut verpasst, obwohl ich die Geschichte ja schon kannte. Was soll ich noch mehr sagen, außer, dass es großartig war? So sah es wohl auch das Publikum, welches die Leistung mit zehnminütigen Standing Ovations auszeichnete.

Auch Grit Lauer war sichtlich angetan: „Ich bin begeistert, dass Teenies ein so schweres Thema schaffen. Ich hatte Gänsehaut und feuchte Augen.“
Ich kann euch also nur wärmstens empfehlen, euch eine der nächsten Vorstellungen von „In meinem Himmel" anzuschauen. Das Stück wird noch bis ins kommende Jahr gespielt, die nächsten Termine sind am 29. und 31. Oktober sowie am 14. November.