Öffentliches Wlan in Rostock soll verbessert werden

Unter der einheitlichen Netzkennung „HROfreeWifi“ sollen Hotspots verschiedener Anbieter gebündelt werden, zusätzlich plant die Hansestadt Rostock neue WLAN-Zugangspunkte

28. September 2017, von
Es gibt schon freies WLan auf dem Neuen Markt in Rostock
Es gibt schon freies WLan auf dem Neuen Markt in Rostock

Im Sommer ist es schon zu einem kleinen Phänomen geworden, dass sich die Besatzung der Kreuzfahrtschiffe am kostenlosen Wlan-Hotspot der Touristeninformation in Warnemünde sammelt, um mit den Angehörigen auf anderen Kontinenten zu skypen. „Warum sollen die nicht an der Promenade, am Alten Strom oder am Passagierkai sitzen, wo es etwas netter ist?“ fragt Ulrich Kunze von der Presse- und Informationsstelle des Rathauses. Deshalb sollen diese Gebiete mit öffentlichem Wlan erschlossen werden – als Geste der Gastfreundschaft sozusagen. Aber nicht nur für Gäste, auch für die Rostocker selbst soll der kostenfreie Internetzugang in Rostock weiter ausgebaut werden.

Diesen Auftrag hat die Bürgerschaft der Stadtverwaltung aufgegeben, die auf der nächsten Sitzung ihr Konzept „HROfreeWifi“ vorlegt. Statt ein teures, eigenen Netz von Zugangspunkten aufzubauen, besteht die Grundidee darin, so viele Interessenten, Mitmacher und Anbieter wie möglich zu bündeln und für die Nutzer als einheitliches Netzwerk mit einheitlichen Bedingungen anzubieten. Es sei kein Rundum-wunschlosglücklich-Konzept, gibt Ulrich Kunze zu. Viele Rahmenbedingungen und Interessen der verschiedenen Anbieter seien nur schwer miteinander verknüpfbar. So gebe es bereits viele Wlan-Angebote, auch viele offene. Nur werden sie entweder nicht richtig angenommen oder mit vielen Bedingungen versehen. Beispielsweise ist bei der Universität ein Zugang erforderlich, bei der Stadtbibliothek brauche man die Nutzerausweisnummer und bei McDonalds steht der Zugriffscode auf der Rechnung. „Das nervt“, sagt der Stadtsprecher und es erklärt wohl auch, dass der seit einigen Jahren kostenlose Hotspot der Stadt auf dem Neuen Markt selbst an Weihnachtsmarkttagen selten mehr als 300 Einwahlen zählt.

Die Bündelung der Hotspots unter der einheitlicher Netzkennung (SSID) „HROfreeWiFi“ soll den Zugang für Nutzer erleichtern und die Akzeptanz erhöhen. In Rostock wird jetzt ein Steuerungskreis gebildet, der das Konzept umsetzen soll. „Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass eine flächendeckende Abdeckung nicht sinnvoll ist.“ Dennoch gebe es unversorgte Flecken, wo die Aufenthaltsqualität mit einem Wlan-Angebot verbessert werden soll. Dazu zählen neben den touristisch attraktiven Bereichen in Warnemünde auch der Neue Markt, die Kröpi, der Universitätsplatz, das Umfeld des Kröpeliner Tors, der Doberaner Platz und Am Brink in der Innenstadt. Auch der Stadthafen und das Bahnhofsumfeld sollen mit Hotspots versorgt werden. Hier plant die Stadt neue, zusätzliche Zugangspunkte. Als einen möglichen Kooperationspartner sieht die Stadtverwaltung hier die Opennet Initiative Rostock, mit der man schon lange in Verbindung stehe, erklärt Ulrich Kunze: „Der Charme dieser Sache ist, dass es provider- und netzunabhängig ist. Es kann jeder mitmachen.“

200.000 Euro sollen für die Konzeptrealisierung in den nächsten zwei Jahren im städtischen Haushalt eingeplant werden. Während im ersten Jahr relativ viel Marketingkosten dabei sind, soll das Geld dann auch in Investitionen gesteckt werden.

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