Rostocker Schüler dominieren Jugend-Forscht-Landeswettbewerb

Nachwuchsforscher vertreten Mecklenburg-Vorpommern 2015 beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“

19. März 2015, von
Die Finalisten des Landeswettbewerbs MV Jugend Forscht 2015
Die Finalisten des Landeswettbewerbs MV Jugend Forscht 2015

Rostock erweist sich als Mecklenburg-Vorpommerns Tummelplatz für junge Forscher. Nicht nur, dass hier in den letzten beiden Tagen der 25. Landeswettbewerb „Jugend forscht“ ausgetragen wurde. Ohne die Schüler aus Rostock wäre der Nachwuchsforscherwettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern auch ganz schön dünn besetzt. 45 von insgesamt 56 Forschungsprojekten sind in unserer Hansestadt entstanden. Allein das Musikgymnasium Käthe Kollwitz beteiligte sich mit 16 Arbeiten und war so mit Abstand die Schule mit den meisten Einreichungen. Es folgten die Werkstattschule und das Gymnasium Reutershagen mit jeweils sieben Projekten.

Obwohl die Teilnehmerzahl im Vergleich zu den Vorjahren deutlich nach oben gegangen ist, scheinen die Vorpommerschen Schüler das Interesse am Nachwuchsforscherwettbewerb komplett verloren zu haben. Reserven erkennt Landeswettbewerbsleiter Dr. Frank Mehlhaff daher nicht nur in der Beteiligung von Schulen in der Fläche des Landes, sondern auch im Engagement der Universität Greifswald oder den Fachhochschulen. Auch die beruflichen Schulen übten sich in diesem Jahr in Zurückhaltung.

Aber nicht nur quantitativ, auch qualitativ hatten die Rostocker die Nase weit vorn. Fünf von sechs Finalisten haben an hiesigen Schulen erfolgreich geforscht. Sie werden ihre Arbeit nun Ende Mai im Rheinland-Pfälzischen Ludwigshafen beim Bundeswettbewerb präsentieren. Qualifiziert haben sie sich, weil sie von einer Jury als die Besten ihres Fachgebietes ausgezeichnet wurden.

Wobei die Zuordnung zu einem Fachgebiet nicht immer eindeutig ausfiel. So haben Markus Becker, Swenja Wagner und Tobias Gerding vom Schulzentrum Kühlungsborn zwar Daten des amerikanischen Wetterdienstes verarbeitet und ein System entwickelt, das diese automatisch visualisiert und so eine Wetterprognose für jeden beliebigen Punkt auf der Erde ermöglicht, doch gewonnen haben sie im Bereich Geo- und Raumwissenschaften.

Den ersten Platz im Fachgebiet Mathematik/Informatik erhielt schließlich Daniel Meiburg vom Gymnasium Reutershagen, der sich in seiner Arbeit mit der „Detektion von Menschen in bekannten Umgebungen mittels Rasperry Pi“ befasst hat.

Mit 3-D-Brillen werden die Schüler zukünftig im Chemieraum sitzen, wenn sie die stereoskopischen Darstellungen, die Aliaksandr Piarerva entwickelt hat, studieren. Sein Ziel ist es, das Vorstellungsvermögen und das Verständnis in naturwissenschaftlichen Fächern zu verbessern, erklärt der Schüler vom Innerstädtischen Gymnasium. Sein Ansatz fand bei der Jury Anerkennung und wurde mit dem 1. Platz im Fachgebiet Arbeitswelt belohnt.

Ebenfalls am Innerstädtischen Gymnasium haben Jannik Tödt, Mathis Werner und Alexander Steyer geforscht. Ihr Thema: „Moringa oleifera, ein Reservoir für biogene Stoffe?!“. Interessiert hat die drei Jungforscher die Wirkung von bestimmten Bestandteilen des tropischen Baumes auf die Muskulatur. Ihre Experimente brachten ihnen den Sieg im Bereich Biologie ein.

Im Bereich Chemie lagen Jean-Christin Beyer, Hilke Lotta Nickel und Emelie Jogschies von der Werkstattschule vorn. Sie hatten ein Verfahren entwickelt, um das Vorkommen von Mikroplastik im Sand an der Unterwarnow zu ermitteln.

Die Werkstattschule bereits verlassen hat Edgar Zander, der nun an der Universität Chemie studiert. Im letzten Jahr hatte er gemeinsam mit seiner damaligen Mitschülerin Luise Pevestorff bereits erfolgreich am Landeswettbewerb teilgenommen und ein Verfahren vorgestellt, mit dem Wasserproben vereinfacht werden. In diesem Jahr haben die beiden nun einen Prototypen des Gerätes in die Stadthalle mitgebracht und dafür wieder den 1. Platz im Bereich Technik belegt.

Insgesamt 96 Schüler im Alter von zehn bis 20 Jahren haben einzeln oder in Teams am Wettbewerb teilgenommen. Die Jüngeren stellten ihre Projekte im Rahmen von „Schüler experimentieren“ vor.

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