Landeswettbewerb „Jugend forscht - Schüler experimentieren“
Beim Landeswettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ präsentieren Mecklenburg-Vorpommerns Schüler ihre Wissenschafts-Projekte in der Stadthalle
21. März 2012, von ChristinaWie funktionieren Flugzeuge von morgen? Wie machen wir unsere Straßen in Zukunft sicherer? Wie können wir unsere Lebenserwartung erhöhen? Unsere Umwelt retten? Krebs heilen? Neue alternative Energien nutzen? Nicht Universitäten und Forschungszenten haben eine Antwort gefunden, sondern die Schüler Mecklenburg-Vorpommerns.
Beim 22. Landeswettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ in Mecklenburg-Vorpommern zeigen die Schüler des Landes in der Stadthalle Rostock, wie sie aktuellen Problemen der Menschheit wissenschaftlich begegnen. Dabei werden sie in Rostock von den Patenbetrieben WEMAG AG und der Stadtwerke Rostock AG unterstützt.

An ihren Ständen zeigen die jungen Wissenschaftler zwischen 9 und 19 Jahren, was ihnen zu Problemen der Fachbereiche Biologie, Chemie, Geo-/Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik, Technik und Arbeitswelt auf- und eingefallen ist. Das ist teilweise wirklich erstaunlich und vor allem weitsichtig, wie im Projekt der Rostocker Gymnasiastinnen Franziska Burzlaff, Susanne Braun und Beatrice Wollmann deutlich wird.
Die Schülerinnen treten mit dem Projekt „Lässt sich die Alterung von Stammzellen durch den ph-Wert beeinflussen?“ im Fachbereich Biologie an. Ziel des Projekts ist es, die Stammzellenalterung zu verlangsamen, um so die Lebenserwartung des Menschen verlängern zu können.
Die Gymnasiastinnen sind nicht wegen des Preisgeldes bei „Jugend forscht“, sondern um ihr Projekt zu präsentieren: „Dabei sein ist alles! Wir haben dabei wirklich sehr viel gelernt, außerdem finde ich, dass so etwas eine gute Vorbereitung für später ist“, erklärt Kandidatin Beatrice Wollmann. Die 18-Jährige möchte sich, ähnlich wie ihre Mitstreiterinnen, nach dem Abitur für ein Medizin-Studium bewerben.
Dass bei „Jugend forscht“ nicht die Preise, sondern der Austausch der jungen Leute und ihr Weg zur Wissenschaft im Vordergrund stehen, erklärt auch D. Frank Mehlhaff, Landeswettbewerbsleiter „Jugend forscht“ für Mecklenburg-Vorpommern.

„Hinter dem ‚Jugend forscht‘-Projekt steht oft auch eine große Persönlichkeitsentwicklung. Das habe ich selbst erleben dürfen. Es gab mal eine Gruppe eher unambitionierter Schüler, die sich eines ‚Jugend forscht‘-Projekts angenommen hat. Sie haben sich dafür interessiert und am Ende bis nach Japan geschrieben, um bestimmte Ergebnisse und Chemikalien anzufordern. Selbst als die Ergebnisse auf Japanisch zurückkamen, haben sie nicht aufgegeben und wieder geschrieben“, beschreibt Mehlhaff den Werdegang der jungen Wissenschaftler.
Die 27 „Jugend forscht“-Projekte werden von einer Jury nach vielen Kriterien, unter anderem Originalität der Idee, Alltagsbezug, Kreativität, Eigenständigkeit und Folgerichtigkeit der Überlegungen beurteilt. Die Kandidaten müssen der Jury ihre Projekte mündlich präsentieren, das ist der aufregendste Teil für alle: „Die Jury hat bestimmt Fragen über unser Stammzellen-Projekt, mit denen wir nicht rechnen, davor haben wir ein bisschen Angst“, erklärt auch Beatrice Wollmann.
Die Teams der besten drei „Jugend forscht“-Projekte können ein Preisgeld mit nach Hause nehmen. Auch weitere Gewinne, wie beispielsweise Zeitschriften-Abos, Praktika und Schnupperkurse werden vergeben. Die besten Teams jedes Fachbereichs dürfen ihr Projekt in Erfurt beim „Jugend forscht“-Bundeswettbewerb vorstellen, um sich dort mit den besten Jungforschern Deutschlands zu messen.

Neben den „Jugend forscht“-Kandidaten treten auch jüngere Schülerinnen und Schüler im Wettbewerb „Schüler experimentieren“ in den verschiedenen Fachbereichen mit 19 Projekten gegeneinander an. Die Kandidaten sind zwar jünger, ihre Ideen jedoch nicht weniger relevant, wie das Projekt von Laura und Florian aus Sanitz zeigt.
Nach der folgenschweren Massenkarambolage auf der A 19 im April 2011, die Folge eines Sandsturmes war, stellen sich die Achtklässler die Frage, wie der Unfall hätte verhindert werden können. Die beiden wollen eine Hecke entwerfen, die geeignet ist, durch Wind mobilisierte Bodenteilchen aufzufangen. Die Hecke soll dabei keinen Schaden nehmen und darüber hinaus ein intaktes Biosystem darstellen.
„Uns geht es um die Unfälle, die man in Zukunft verhindern kann und den Umweltschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Wir denken, wir haben mit unserem Projekt schon ziemlich gute Chancen, aber eigentlich geht es um den Spaß. Wir haben uns schon umgesehen und ich finde es auch interessant zu sehen, was die anderen so gemacht haben“, erklärt Florian.
„Uns gefällt, was du im Kopf hast!“ ist das Motto der diesjährigen Landeswettbewerbe „Jugend forscht – Schüler experimentieren“. Wer sich für die innovativen Ideen des wissenschaftlichen Nachwuchses aus Mecklenburg-Vorpommern interessiert, kann die Ausstellung der Projekte in der Stadthalle morgen von 10:00 bis 15:30 Uhr besuchen. Die Festveranstaltung mit Preisverleihung beginnt um 15 Uhr.