„Es ist unglaublich, wie viele Kleine es in dieser Stadt gibt“, staunt der Intendant des Rostocker Volkstheaters Peter Leonard und erzählt von den vielen Kindern, denen er täglich auf seinem Weg zur Arbeit begegnet.
Das macht natürlich Lust das Angebot des Theaters für Kinder und Jugendliche zu vertiefen und zu verbessern.
Bereits jetzt schon inszeniert das Volkstheater Bühnenstücke extra für das junge Publikum. Auch die Norddeutsche Philharmonie stellt ihre Orchesterinstrumente und klassische Musik seit vielen Jahren den kleinsten Zuhörern vor.
Nun sollen auch die Aktivitäten im Bereich Tanztheater und Musiktheater weiter verstärkt werden. Mit Bronislav Roznos' Tanztheater „Pinocchio“ ist der Anfang getan. Und auch der Kinderchor der Singakademie feierte in der letzten Spielzeit mit dem Kindermusical „Max und Moritz“ eine erfolgreiche Premiere.
An jenem Abend stellte sich für die jungen Sängerinnen und Sänger auch die Frage nach dem nächsten Stück. Schnell waren sich alle einig: Dornröschen soll es werden. Babette Bartz, die bereits für die musikalische Inszenierung des Wilhelm Busch Klassikers zuständig war, bekam den Auftrag das Libretto zu verfassen.

Für ihn ist es das erste Mal, dass er für Kinderstimmen komponiert. „Mir hat Mut gemacht, als ich sie bei ‚Max und Moritz‘ sehen konnte. Da war mir klar, dass der Kinderchor musikalisch und auch szenisch fit ist.“ Mehr als die Hälfte des Stückes sei schon fertig. Die stilistische Spanne des Musicals wird von „klassisch anmutend bis zu modernen Elementen“ reichen, macht Dieter Kempe neugierig. Neben dem Gesang wird vor allem das Klavier den Charakter des Stückes bestimmen. Weitere Klangfarben sollen durch ein Keyboard ergänzt werden. Auch ein Schlagzeug möchte der Komponist noch einbringen.

Derzeit gehören 18 Mitglieder zum Kinderchor. Es sollen aber noch ein paar mehr werden, wünscht sich der Chorleiter.
Am 1. September soll schließlich die Uraufführung von „Dornröschen – Ein Musical für Kinder“ im Theater im Stadthafen gefeiert werden.

„Ein Auftragswerk ist etwas ganz Besonderes für ein Theater in der jetzigen Zeit", betont Peter Leonard. Bisher setzt das Rostocker Volkstheater vor allem auf die Produktion bekannter Werke. „Aber das Repertoire ist auch zu erweitern", ist dem Intendanten wichtig. „Wir wollen auch für die Zukunft bauen, leben und schaffen.“