
Besonders bedrohlich wachsen diese Ungeheuer am Stadthafen, wo sie gar gewaltige Dimensionen annehmen und einfach ihrem Schicksal überlassen werden. In die Warnow geschoben werden dürfen sie ja nicht, also müssen wir wohl warten, bis die Sonne den Schnee endlich schmilzt und damit das gleiche Verbrechen begeht, da Sand und Salz am Ende ja sowieso im Wasser landen.
Kleine Verbrechen gab es gestern auch in unmittelbarer Nähe, nämlich auf der Bühne 602. Das Wochenende soll doch, Schnee hin oder her, zum Ausgehen genutzt werden und was wäre da schöner als ein Abend mit dem/der Liebsten im Theater? Dieses Angebot wurde dann auch entsprechend gut angenommen, denn viele Pärchen und Freundinnen jeder Altersgruppe waren zur Vorstellung gekommen.
Das Stück „Kleine Eheverbrechen“ hatte seine Premiere bereits im September 2007 gefeiert und ist bis jetzt schon über 60 Mal aufgeführt worden. Somit dürften die Schauspieler dabei schon richtig routiniert sein und es sollte nichts mehr schief gehen.

„Kleine Eheverbrechen“ handelt von Gilles und Lisa, die seit 15 Jahren verheiratet sind. Nachdem Gilles sich bei einem Unfall den Kopf verletzt hat, erwacht er mit Gedächtnisverlust im Krankenhaus. Als seine Ehefrau Lisa ihn wieder nach Hause holt, beginnt ein faszinierendes Ratespiel um Gilles' Person und ihre Ehe.

Die Rollen von Lisa und Gilles werden von Cathrin Bürger und Manfred Gorr übernommen, die beide gleichermaßen überzeugend spielen und die einzigen Akteure des Stückes sind. Das Bühnenbild stellt einzig und allein das heimische Wohnzimmer des Paares dar, wird im Laufe der Handlung aber noch überraschend vielseitig.
Trotz der reduzierten Besetzung und des einfachen Handlungsortes war „Kleine Eheverbrechen“ überraschend vielschichtig und oftmals ganz unerwartet im Handlungsverlauf. Zur Ergänzung eines netten Abendprogramms ist es auf jeden Fall einen Besuch wert. Nutzt die Gelegenheit also, solange das Stück noch gespielt wird!