Neues Bettenhaus fürs Südstadt-Klinikum

Für rund 40 Millionen Euro soll das Klinikum Südstadt Rostock bis 2027 ein neues Bettenhaus wird mit vier Etagen und einem Technikgeschoss erhalten.

3. April 2025
Das neue Bettenhaus des Klinikums Südstadt Rostock erhält eine direkte Anbindung an das Haupthaus und soll bereits 2027 eröffnet werden. (Visualisierung: ATP Architekten Ingenieure)
Das neue Bettenhaus des Klinikums Südstadt Rostock erhält eine direkte Anbindung an das Haupthaus und soll bereits 2027 eröffnet werden. (Visualisierung: ATP Architekten Ingenieure)

Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Klinikum Südstadt Rostock treiben die Zukunft ihres kommunalen Krankenhauses weiter voran: Die baulichen Vorbereitungen eines modernen Bettenhauses mit besseren Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden sollen noch in diesem Jahr starten. Bislang war eine Beteiligung des Landes Mecklenburg-Vorpommern geplant, doch angesichts der Dringlichkeit und veränderter Rahmenbedingungen haben Stadt und Klinikum entschieden, den Weg eigenständig zu gehen. Dank eines optimierten Baukonzeptes in Modulbauweise wird das Gesamtprojekt nun mit rund 40 Millionen Euro veranschlagt und soll schneller fertiggestellt werden als ursprünglich geplant. Der Baustart ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen, die Fertigstellung bereits für 2027.

Der Anbau ist Teil der längerfristigen medizinischen und baulichen Entwicklungskonzeption des städtischen Klinikums aufgrund steigender Patientenzahlen und Krankenhausleistungen sowie nicht mehr zeitgemäßer räumlicher Unterbringungsmöglichkeiten.

Mehr Platz, mehr Komfort, kürzere Wege

Das neue Bettenhaus wird mit vier Etagen und einem Technikgeschoss errichtet und direkt an das bestehende Hauptgebäude des Klinikums angebunden. Geplant sind vier moderne Stationen mit jeweils 40 Betten in großzügigen, hellen Zwei-Bett-Zimmern – alle mit eigenem Bad und deutlich mehr Platz für Patienten und medizinische Hilfsmittel.
„Unsere Patientinnen und Patienten haben eine moderne und würdige Unterbringung verdient – genau das schaffen wir mit diesem Neubau. Gleichzeitig verbessern wir spürbar die Arbeitsbedingungen für unsere Fachpflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte“, betonte Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger. „Dass wir als Stadt zusammen mit unserem Klinikum diese große Investition aus eigener Kraft stemmen, ist ein starkes Zeichen für die Zukunft des städtischen Gesundheitsstandortes Rostock.“

Ambulantisierung und Nachnutzungskonzept im Blick

Mit dem Neubau wird das Klinikum keine zusätzlichen stationären Kapazitäten schaffen, sondern alte, baulich veraltete Stationen ersetzen. „Wir modernisieren konsequent und bereiten uns auf die Zukunft vor – ohne auf mehr Betten zu setzen. Ambulante und tagesklinische Angebote werden weiter an Bedeutung gewinnen“, sagt Dr. Chris von Wrycz Rekowski, Erster Stellvertreter der Oberbürgermeisterin und Senator für Finanzen, Digitalisierung und Ordnung. „Dieser Neubau sichert die Qualität unserer kommunalen Gesundheitsversorgung langfristig.“
Durch den Umzug von Stationen in das neue Bettenhaus wird Raum für die Verlagerung tagesklinischer und ambulanter Bereiche im Altbau frei. Insbesondere die tagesklinischen Angebote – wie Onkologie, Rheumatologie und Schmerztherapie – sollen im Anschluss konzentriert, aufgewertet und gestärkt werden.

Geplante Fertigstellung 2027 – Bau im laufenden Betrieb

„Die Modulbauweise ermöglicht es uns, das Projekt schneller zu realisieren und gleichzeitig Kosten zu reduzieren – trotz der allgemeinen Preissteigerungen im Bau“, erklärte Steffen Vollrath, Verwaltungsdirektor am Klinikum Südstadt Rostock. „Unsere Erfahrung mit komplexen Bauprojekten im laufenden Klinikbetrieb gibt uns Sicherheit: Auch dieses Vorhaben werden wir so umsetzen, dass die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten jederzeit gewährleistet bleibt.“ Aufgrund der Umstellung auf die preiswertere Modulbauweise kann der Neubau bereits 2027 in Betrieb genommen werden.
Mit dem neuen Bettenhaus setzt das Klinikum Südstadt Rostock den nächsten Meilenstein seiner langfristigen Entwicklungskonzeption um und untermauert seine Rolle als leistungsstarkes kommunales Krankenhaus für Rostock und die Region. Im Zuge der Umsetzung dieser Planungen hatte das Klinikum seit 2020 bereits mehrere Bauprojekte, wie die Neugestaltung der Entbindungsstationen, den Anbau für das neue Herzkatheterlabor und den Hybrid-OP, eine Parkhausaufstockung, den Bau der neuen Zentralküche sowie die Erweiterung und Neugestaltung des Integrierten Notfallzentrums innerhalb kürzester Zeit erfolgreich umsetzen können. Demnächst findet das Richtfest für das neue Ärztehaus am Campus des Klinikums statt, welches von Rostocker Investoren errichtet und betrieben werden soll.

Hintergrund: Warum ist ein Neubau notwendig?

Der seit längerem geplante Neubau des Bettenhauses ist notwendig, um den erhöhten Raumbedarfen und den Ansprüchen einer zeitgemäßen stationären Versorgung der Patientinnen und Patienten Rechnung zu tragen und um die Arbeitsbedingungen für die medizinischen Teams zu verbessern. Die meisten der derzeitigen Normalstationsbetten, rund 70 Prozent, befinden sich im Altbau von 1965 und verfügen über recht kleine Patientenzimmer. Diese Bedingungen entsprechen nicht mehr den heutzutage üblichen Standards für eine adäquate Unterbringung und Hygiene. Zudem ermöglichen die nicht ausreichenden Bettenkapazitäten der Stationen keine größere Flexibilität in der Nutzung und bedingen erhebliche Laufwege insbesondere für die Ärzte-, Pflege- und Therapeutenteams.

Hintergrund: Was ist im Neubau geplant?

Die Planungen sehen die Errichtung eines Bettenhauses in Nord-Süd-Ausrichtung mit direkter Anbindung an das Klinikhauptgebäude vor, welches mit einem Kellergeschoss und vier Geschossen versehen wird. Das Kellergeschoss wird die Technikzentrale, die Bettenaufbereitung und Lagerbereiche aufnehmen. Im Erdgeschoss sowie den drei Obergeschossen sollen vier identische Stationen mit jeweils 40 Betten errichtet werden, wobei die hier neu gestalteten Patientenzimmer über deutlich größere Flächen und eigene Bäder verfügen werden und die Gestaltung der Stationen kurze Wege für das Klinikpersonal ermöglicht.

Quelle: Klinikum Südstadt Rostock, Visualisierung: ATP Architekten Ingenieure

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