
Seine erste eigene Kamera schenkte ihm sein Vater 1981 zu einem Schulabschluss. Drei Jahre später schloss er sich dem Fotoklub „KONKRET“ an. Damals wollte er sich noch auf Zoofotografien konzentrieren, erinnert sich Siegfried Wittenburg, der Gert Strosche als damaliger Leiter des Fotoklubs begleitet hatte. Aber bald verknüpfte er das Fotografieren mit seiner zweiten Leidenschaft der Rockmusik und begann erste Bilder aus der Musikszene zu machen. Das ist jetzt 25 Jahre her.
Anlässlich seines 25-jährigen Ausstellungsjubiläums zeigt die Musikschule Carl Orff in ihren Räumlichkeiten in der Rosa-Luxemburg-Straße eine Auswahl seiner Porträts. Es sind vor allem ältere Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit teilweise schon historischem Wert. So befinden sich gleich mehrere Bilder der 1996 verstorbenen Sängerin und Ostrocklegende Tamara Danz unter den Ausstellungsstücken. Aber auch andere bekannte Künstler wie die Prinzen oder die Mitglieder der Münchner Freiheit hat Gert Strosche schon vor der Linse gehabt.
Eine Besonderheit von Gert Strosches Fotoarbeiten ist sicherlich ihre Präsentation. Mitentwickelte Fingerabdrücke, verschmierter Klebstoff oder geknickte Ecken machen den Entstehungs- und Bearbeitungsprozess sichtbar. „In einer Gesellschaft, in der möglichst alles clean und genormt sein soll, ist das ein ganz erfrischendes Zeichen von Lebendigkeit und Individualität“, kommentierte Musikschulleiterin Franziska Pfaff die Exponate.

Bis zum 31. August werden die Fotografien von Gert Strosche im Flur und in einem Unterrichtsraum der Musikschule ausgestellt. Noch mehr Bilder gibt es bis zum 1. Juli im Peter-Weiss-Haus.