Kooperationsvertrag zwischen Uni und Rostock Business
Die Universität Rostock geht eine Kooperation mit Rostock Business ein. Beide Partner versprechen sich eine bessere Vernetzung von Forschung und Wirtschaft.
29. August 2012, von Maria
„Wir kennen uns, es ist leicht uns zu treffen und wir nutzen die kurzen Wege“, sagt Universitätsrektor Wolfgang Schareck. Er meint damit die Zusammenarbeit von Forschern und mittelständischen Unternehmen, die schon seit Langem besteht. Mit dem Kooperationsvertrag, der heute unterzeichnet wurde, wird diese Tradition schriftlich festgehalten. „Aber mit diesem Vertrag ist es strukturiert und wir sind uns gegenseitig verpflichtet“, fasst Schareck zusammen. Der Rektor bietet also die Forschung.
Christian Weiß, Geschäftsführer von Rostock Business, hingegen bietet den Kontakt zur Wirtschaft. Er sieht sich als Mittler, Schalter und Initiator der Kontakte zu den Unternehmen. Diese im Land einzigartige Zusammenarbeit erleichtert den Firmen den Zugang zur Forschung. Einerseits wird so Grundlagenforschung für etwas Neues betrieben oder der Unternehmensalltag wird mit Anwendungsforschung unterstützt. „Mit diesem Projekt wird Rostock als Standort viel interessanter und akzentuiert sich“, meint Weiß.

Auch der Geschäftsführer der IHK zu Rostock, Andreas Sturmowski, sieht den Verlauf zufrieden: „Wir freuen uns darüber, dass sich das so institutionalisiert.“ Das große Ziel der Kooperation sei eine Bündelung des lokalen Marktes, sagt er optimistisch. Als Vision sieht Sturmowski den „Versuch, eine Datenbank zu erstellen, die das Suchen und Finden erleichtert.“ Das Vorhaben rührt nicht nur vom Unternehmer-Interesse an der Forschung. Es hat auch ökonomische Gründe: „Die Firmen können sich meist keine eigene Forschungsstelle leisten. Deshalb ist die Kooperation wichtig, um mehr zu bekommen als das, was gerade Passendes in der Schublade der Uni steckt“, erläutert der IHK-Geschäftsführer.

Im Moment läuft die Forschung für ein innovatives Heizungssystem der Firma „LEKO Metalltechnik GmbH“ aus Roggentin. Das Unternehmen um Dr. Birgit Kopplin hatte die Idee, mit Infrarotstrahlen zu heizen – und die Universität bietet die Forschungsstelle im Lehrstuhl für Thermomechanik. Das Ergebnis soll eine Niedertemperatur-Infrarotheizung sein, die mit Strom aus regenerativen Rohstoffen arbeitet. Aus Photovoltaiken und Windkrafträdern soll der Strom geliefert werden, der die Heizungen betreibt. Die Firma hatte die Idee – die Universität liefert den Lehrstuhl der Thermomechanik. Dieser soll die Effektivität beweisen und mögliche Zweifel entkräften: „Wir wollen nichts auf den Markt bringen, was nicht wirklich Bestand hat und bekräftigt wurde“, so Birgit Kopplin. Und sie ist zufrieden mit der Zusammenarbeit: „Ich kann noch gar nicht glauben, dass wir schon so weit sind.“ Wann das Produkt dann wirklich verfügbar sein wird, ist allerdings noch nicht klar. Finanziell getragen wird das innovative Projekt zu jeweils 50 Prozent vom Unternehmen und vom Land.