In einer alten Fabrikhalle auf dem Gelände des ehemaligen Dieselmotorenwerkes herrscht kreatives Treiben. Nico stampft mit einem Holzbesen den Grundbeat auf den Boden. Denise schüttelt einen mit Körnern gefüllten Kunststoff-Eimer. Der Klang-Teppich für die Bateria ist damit gelegt. Darauf sollen nun die anderen Mitglieder der Rostocker Percussionband Movimento improvisieren, ebenfalls mit Instrumenten, wie sie in jedem Haushalt zu finden sind. Töpfe, Saug-Druck-Pumpe, Flaschen – alles, was interessante Töne hervorbringt, kommt dafür infrage. „Smallpercussion“ – so lautet der Arbeitstitel für dieses Stück. „Wir wollen damit etwas Neues ausprobieren, neue Klänge entdecken“, unterstreicht Jan den Laborcharakter. Die Forschungsergebnisse will Movimento am 5. November im Peter-Weiss-Haus im „Percussionlabor“ präsentieren.
Aber noch mehr Ingredienzien werden für diese Veranstaltung vorbereitet. Inzwischen sind die Freizeitmusiker an ihre eigentlichen Instrumente zurückgekehrt. Mit Surdos, Timbas, Caixas und anderen brasilianischen Instrumenten haben sie sich auf Samba- und Reggaerhythmen aus Südamerika spezialisiert. Viele Stücke sind traditionellen Ursprungs. Inspiriert von moderner Popmusik haben sich die Trommler einiges auch selbst ausgedacht.
Nach und nach stoßen Les Bummms Boys, Rostocker Capoeiristas und freie Trommler zu den Proben hinzu. In unterschiedlichen Kombinationen werden sie beim Percussionlabor gemeinsam musizieren, aber auch eigene Stücke vortragen.
„Einen Querschnitt durch die Rostocker Trommelszene“, verspricht Matthias Rust von den Freien Trommlern für diesen Abend „Es ist die erste Veranstaltung dieser Art, ein Novum, ein Experiment. Die Idee war ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten.“

Ab 20 Uhr wird im Bunker mit einer echten Band beim Live Karaoke Abend gesungen und in der „anderen buchhandlung“ den rasanten, skurrilen und lustigen Texten von Volker Strübing gelauscht.
Überhaupt hat in der 25. Kulturwoche viel Humorvolles Platz gefunden. Das Stimmungsbüro Kreitmeier, der deutsche Poetry-Slam-Meister Marc-Uwe Kling, Koggenziehergewinner Fil & Sharkey, Muttis Kinder und das Kabarett ROhrSTOCK sind nur einige Protagonisten der Kulturwoche, die für gut trainierte Lachmuskeln sorgen wollen.
Mit Musik, Tanz, Literatur, Theater, Film und bildender Kunst versuchen die Organisatoren vom 3. bis zum 13. November ein breites Spektrum kultureller Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten anzubieten. „Ich finde es sehr schön, dass sich so viele Rostocker für unsere Kulturwoche interessieren“, sagt Caroline Heinzel und betont, dass die Veranstaltungsreihe auch für Nichtstudenten offen ist.
Das ausführliche Programm der 25. Rostocker Kulturwoche 2011 gibt es auf der Website www.kulturwoche-rostock.de.