
Um es vorwegzunehmen: Auch diese Veranstaltung der Kulturwoche war wieder ausgesprochen gut besucht. Aufgrund des großen Zuspruchs gab es gestern Abend gleich zwei Vorstellungen im Kinosaal des Lichtspieltheaters Wundervoll (Li. Wu.) – mit über 200 Besuchern waren beide restlos ausverkauft.

„Die Gedanken sind frei“ beispielsweise, den Urte Zindler von der Kunsthochschule Kassel geschaffen hat. Unterlegt mit der Musik des gleichnamigen Volksliedes ließ sie die Zuschauer in die irreale Welt einer dementen, älteren Dame eintauchen. Ein Film, der viele Zuschauer beeindruckt hat, auch wenn er in der Publikumswertung knapp auf dem undankbaren zweiten Platz landete.
Nun aber zu den Preisträgern des gestrigen Abends. Keine leichte Entscheidung, wie Matthias Spehr, Jurymitglied und Moderator des Abends, die Zuschauer wissen ließ: „Es gab eine ganz enge Spitze, fünf Favoriten, zwei davon im engsten Raum.“ Schließlich geht es aber auch um viel, um den Wanderpokal „Golden Toaster“ nämlich, „der vor nunmehr 13 Jahren von der Golden Toaster Company ins Leben gerufen wurde.“

Einen kleinen Hürdenlauf durchs Publikum musste die Studentin dann selbst zurücklegen, um ihren Preis auf der Bühne entgegenzunehmen.

Mit seinem „Leitfaden für junge Filmschauspieler“ strapazierte er das Zwerchfell der Zuschauer und konnte sich in der Gunst der Jury auf den zweiten Platz schieben.
„Der Film“, so Spehr, „macht selbst Laien mit Dingen vertraut, die für einen guten Film nötig sind.“ Stimmt. Immerhin kenne sogar ich jetzt die wichtigsten Sätze: „Oh mein Gott“ und „Es ist nur eine Fleischwunde!“ Crashkurs absolviert, hurra, jetzt werde ich Filmemacher!

Leider konnte die Erstplatzierte vom Caspar-David-Friedrich-Institut (CDFI) in Greifswald heute nicht anwesend sein, um den Preis für ihren Film „StundenSekunden“ selbst in Empfang zu nehmen. Aus den Händen ihres Professors Michael Soltau, der den „Golden Toaster“ stellvertretend entgegennahm, dürfte sie sich aber mindestens genauso über ihren Sieg freuen.

Jury und Publikum lagen heute nicht weit auseinander und so heißt der glückliche Gewinner, der bei seinem nächsten Dreh auf der knallroten Sitzgelegenheit Platz nehmen kann, Holger Löwe. Glückwunsch!
Was wir in der Zukunft vom Publikumspreisträger erwarten dürfen? „In erster Linie den eigentlichen Film“, verspricht der freischaffende Filmemacher und Dozent an der HMT. „Eine Mediensatire, die unter dem Arbeitstitel ‚Supershow‘ laufe“. Der heute gezeigte Kurzfilm sei eigentlich nur ein „Abfallprodukt“ dieses Projekts – man darf also durchaus gespannt sein!
Während es im Li.Wu. Filmgenuss pur gab, dürften wenige Hundert Meter weiter in der Ulmenstraße die Köpfe geraucht haben. Beriet doch hier der StudentINNenrat der Universität Rostock (StuRa) in der ersten Lesung den Haushaltsentwurf fürs nächste Jahr, in dem es auch um den Fortbestand der Kulturwoche geht.
Allen Gerüchten und Unkenrufen zum Trotz scheint es nach ersten Informationen mit der Kulturwoche auch 2011 weiterzugehen, sodass wir uns wohl auf eine 14. Auflage des StudentenFilmFestes „Goldener Toaster“ freuen dürfen.
Bevor es soweit ist, sei noch einmal auf ein weiteres Highlight der diesjährigen Kulturwoche hingewiesen. Am Freitag ist um 20 Uhr im MOYA der „Club der toten Dichter“ mit Vertonungen von Rilke zu Gast.