Fast 200 Menschen versammelten sich gestern Abend auf dem Neuen Markt. Mit einer Kundgebung gedachten sie der Opfer der rechtsextremen Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Vor einem Jahr waren ihre zehn Morde und weitere schwere Straftaten bekannt geworden, die sie zwischen 2000 und 2007 begangen haben sollen. Aufgedeckt wurde in diesem Zusammenhang auch ein großes Ausmaß an Ermittlungsfehlern seitens der staatlichen Überwachungsbehörden.
„Wieso konnte in Deutschland so etwas passieren?“ zeigt sich Ruben Cardenas vom Rostocker Migrantenrat in seiner Ansprache noch immer fassungslos. Er fordert eine umfassende Aufklärung und eine Gedenktafel für das Rostocker NSU-Opfer.
Der 25-jährige Mehmet Turgut wurde am 25. Februar 2004 während seiner Arbeit in einer Imbissbude in Toitenwinkel getötet.

Zur gestrigen Kundgebung hatte neben dem Migrantenrat auch die Antirassistische Initiative Rostock und Initiative „Stop It“ aufgerufen. In eingespielten Redebeiträgen, auf Schildern und Transparenten wurde nicht nur der Opfer der NSU gedacht, sondern auch gegen Diskriminierung und Rassismus protestiert.
In vier Städten Mecklenburg-Vorpommerns fanden gestern Abend aus diesem Anlass Kundgebungen statt. Neben Rostock gingen auch in Greifswald, Neubrandenburg und Stralsund mehrere Hundert Menschen auf die Straße. Bundesweit gedachten bereits am Sonntag Tausende Menschen den Opfern des rechten Terrors.