Mit ihrer diesjährigen Hauptausstellung will die Kunsthalle Rostock ihre Profillinie „wichtige Kunst der DDR“ schärfen und zeigt dafür ab morgen eine umfassende Werkschau des Malers Arno Rink.
Er gilt als bedeutender Vertreter der Leipziger Schule. Schon im letzten Jahr fand im Haus die Doppelausstellung der beiden Leipziger Meister Tübke und Triegel großen Anklang.
Als Schüler von Werner Tübke und Lehrer Michael Triegels sei es nun gelungen, Arno Rink als Bindeglied für Rostock zu gewinnen. „Es war nicht leicht Begeisterung zu erzeugen“, blickt Kunsthallenleiter Dr. Uwe Neumann zurück. Denn der Maler stelle seine Bilder nur ungern Ausstellungen zur Verfügung.

Insgesamt fast 100 Werke wurden zusammengetragen. Meist chronologisch in der gesamten obersten Etage der Kunsthalle präsentiert vermitteln sie einen Einblick in die Bandbreite seiner Arbeit, auch wenn nicht jedes gewünschte Werk zur Verfügung stand. Immerhin 20 Institutionen und private Sammler – darunter das Museum Moderne Kunst Stiftung Ludwig Wien, die Nationalgalerie Berlin, die Staatliche Kunstsammlungen Dresden und das Städel Museum Frankfurt Main – verliehen ihre Exponate. Auch die Kunsthalle Rostock selbst hat „Stilleben mit Meeresschnecken“ wieder aus ihrem Archiv geholt. 1983 hatte es hier schon einmal eine große Arno Rink Ausstellung gegeben.

Zu dichten Kompositionen arrangiert er Szenen, die eine starke Wirkung entfalten und dem Betrachter einiges zum Entschlüsseln geben. Seine Themen findet Arno Rink nicht nur im (sozialistischen) Alltag, sondern auch in der antiken Mythologie und christlichen Ikonografie. Die Gesichter seiner Figuren bleiben nicht selten im Verborgenen, sie werden durch ein Tuch abgedeckt oder sind gänzlich abgewandt. Zwischendurch finden sich immer wieder Selbstporträts des Malers.

„Arno Rink gehört zu den ganz großen Erneuerern der Leipziger Kunst. Nicht nur mit seiner Malerei, sondern auch mit seiner Beharrlichkeit und seinem Durchsetzungsvermögen hat er dazu beigetragen“, betont Kurator Dr. Ulrich Ptak und unterstreicht die Bedeutung Rinks als Hochschullehrer und Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst sowie seine Rolle als anregender Mentor für seine Schüler, die heute zu bekannten Vertretern der Neuen Leipziger Schule zählen.
„Er hat in seinen Klassen viele Dinge zugelassen, die sich von der Tradition entfernt haben. Diese Freiheit war ein wichtiger Zug, die schon vor 1989 einsetzte.“

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen mit über 160 Farbtafeln und Beiträgen der Rink Schüler Neo Rauch und Michael Triegel.
Arno Rinks Werkschau kann noch bis zum 18. Oktober 2015 immer dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt kostet 8 bzw. ermäßigt 6 Euro und ist eine Dauerkarte.