
Die beiden mit Lackfarbe bearbeiteten Schreibtische tragen den Titel „resistencia“. Ihre Schubladen sind geschlossen, sie verstecken ein Geheimnis. Ein Motiv, das sich durch alle in der Kunsthalle gezeigten Exponate der Neuruppinerin zieht. Ein Versteck, ein Schutzraum, der erschaffen wird. Es ist die individuelle Aufgabe des Betrachters, die Geschichte hinter diesem Raum zu lüften und die Schubladen gedanklich mit Inhalt zu füllen.


Ganz anders ist es in den Arbeiten von Paetrick Schmidt. Er nutzt für seine Bilder und Skulpturen bewusst Schrift als grafisches Mittel. „Wir waren glücklich“ oder „This town ain´t big enough for both of us“ schreit es einem förmlich entgegen. Doch die Wörter sind nur ein kleiner Aspekt seiner Werke. Viel läuft bei dem Grafiker aus Wismar auch über immer wiederkehrende Fratzen, abgedrehte Figuren und schrille Farben.
„Bei Paetrick wuselt es nur so“, erzählt Dr. Ulrich Ptak von der Kunsthalle, der die Ausstellung in Zusammenarbeit mit den Künstlern kuratiert hat. Paetrick Schmidt erschafft sich ganz eigene Welten, die zwar kindlich anmuten, wie etwa das „Tuko Land“, aber oft auch kriegerische Aspekte beleuchten. Mit seinem intensiven Einsatz von Farben und Symbolen erinnern seine Arbeiten oft an Comics und beinhalten - mal offensichtlich und mal versteckt - Anspielungen auf Filme und andere moderne Medienerscheinungen.

Ausschnitte aus zwei Serien sind in der Kunsthalle zu sehen. Bei „Einsiedel“ handelt es sich um eine besondere Form der Landschaftsmalerei, die mit Kohle und Graphit räumliche Strukturen entstehen lässt. Und auch „Die großen Berge“ zeigen ganz besondere Landschaften. Durch speziell gefaltetes Papier entstehen Muster, die mit Graphit akzentuiert sind. Eine Verbindung zu Gebirgen, die ja ebenfalls durch Faltung entstanden sind, liegt nahe, aber auch ganz eigene Interpretationen lassen sich in den Bildern wiederfinden.
Organisiert und finanziert wurde die Ausstellung „Fokus Junge Kunst“ von der Jürgen Ponto-Stiftung. Ziel ist es, junge Künstler aus bestimmten Regionen zu fördern. Die Kunsthalle ist nach Altenburg im letzten Jahr die zweite Station der Reihe. Mit den 30.000 Euro wird nicht nur die Ausstellung selbst gefördert, die noch bis zum 27. Januar besucht werden kann, sondern auch ein eigener Katalog für jeden der Nachwuchskünstler.