„Rostock kreativ“ auch 2012 wieder in der Kunsthalle
385 Ausstellungsstücke von Hobbykünstlern aus unserem Land werden gezeigt
3. Februar 2012, von Andre
Besucheransturm in der Rostocker Kunsthalle. Es ist teilweise so voll in den Gängen, dass man gar nicht mehr vorwärtskommt. Doch sind es nicht Van Gogh, Dürer oder Gerhard Richter, die an diesem Wochenende präsentiert werden, sondern Bilder und Plastiken von 385 Hobbykünstlern aus Mecklenburg-Vorpommern. Zum dritten Mal heißt es in Zusammenarbeit mit der Ostseezeitung „Rostock kreativ“, was wie im Vorjahr schon zur Eröffnung ein echter Publikumsmagnet war.
Alle Rostocker waren aufgerufen, Bilder und Plastiken zur Kunsthalle zu bringen. Dabei gab es keine Vorschriften, was Material oder Motiv anging, einzig Größen- und Gewichtsvorgaben mussten eingehalten werden. So ist auch in diesem Jahr wieder eine ungeheure Vielfalt zusammengetragen worden. Es gibt Landschaftsmalereien, Eindrücke aus Rostock, Tiere, Menschen und noch viel mehr zu sehen.

Der eigentliche Plan, die Ausstellung in diesem Jahr für eine Woche zu zeigen, konnte organisatorisch leider nicht umgesetzt werden. Eine Besonderheit ist, dass die Gäste nicht nur beobachten, sondern auch wählen können. Nein, nicht den Bürgermeister oder einen neuen Kunsthallenchef, sondern ihr Lieblingsbild. Derjenige mit den meisten Stimmen wird am Sonntag mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Für alle, die wissen wollen, wer hinter den Kunstwerken steckt, gibt es ein weiteres Angebot. Auf einem Fernseher läuft in Endlosschleife eine DVD. Jeder Teilnehmer wurde bei Abgabe seines Kunstwerks fotografiert und so kann man sich auch ein Bild von den Gesichtern hinter der Kunst machen.

Eine Künstlerin ist Ines Stöcker. „Ich finde es jedes Jahr wieder richtig toll und bin deshalb auch schon zum dritten Mal dabei.“ In diesem Jahr ist ihr Acrylbild „Goldfisch – Was guckst Du“ ausgestellt. Sie findet es spannend, wie die Fische mit ihren großen Augen die Umwelt beobachten. Schon seit ihrer Kindheit ist die Malerei ihr Hobby, nur leider fehlt ihr oft die Zeit dazu. „Auch wenn die Vielfalt super ist, bedingt die große Menge doch, dass man leider nicht allen Bildern gleichviel Aufmerksamkeit schenken kann“, bedauert die Malerin.

Ebenfalls nicht zum ersten Mal ist Elke Förster aus Graal-Müritz dabei. Nachdem sie im letzten Jahr ein Porträt ihrer Tochter zeigte, ist es in diesem Jahr das Bild „Paula´s Haus“. „Ich habe früher zwischen Worpswede und Bremen gewohnt. Dort lebte auch die Künstlerin Paula Modersohn-Becker. Das Haus ist zwar nicht wirklich ihr Haus, doch stelle ich mir vor, dass sie so gewohnt haben könnte“, beschreibt sie ihr Ausstellungsstück. Auch Elke Förster zeigte sich von der Vielfalt der Werke sehr begeistert.

Neben den 361 Bildern werden auch 24 sehr unterschiedliche Plastiken im Lichthof der Kunsthalle gezeigt. Eine davon ist das „Schmuckelement Rostock“ von Siegfried Schwarze. Der Kessiner hat die Idee für die Wetterfahne im Look der Hansestadt bei einem Besuch der Kurischen Nehrung bekommen, wo Fischer ähnliche Wimpel an ihren Booten haben. Das Element aus Edelstahl zeigt eine symbolhafte Zusammenstellung der schönsten Plätze in Rostock. Natürlich gibt es in der Hansestadt noch mehr zu sehen – die Auswahl sei „ein Nonplusultra zwischen Größe und Menge nach meinem persönlichen Geschmack“, beschreibt es Siegfried Schwarze.
Noch bis zum Sonntag kann man sich die Ausstellung „Rostock kreativ“ in der Kunsthalle anschauen und seine Stimme für den Publikumspreis vergeben. Extra dafür wurde auch die Ausstellung „Credo“ noch einmal verlängert. Der Sieger wird um 17 Uhr bekannt gegeben, eine Stunde bevor es dann auch bei der zweiten wichtigen Wahl an diesem Tag ernst wird.