Partystimmung, spannende Wettkämpfe und wechselhaftes Wetter gab es gestern beim Kutterpullen der Seefahrtsschule Warnemünde am Pier 7. Dort, wo während der Kreuzfahrtsaison im Sommer die weißen Ozeanriesen festmachen, schaukelten gestern zwei Ruderkutter, ähnlich der Rettungsboote, wie sie früher bei Passagierschiffen mitgeführt wurden, auf dem Seekanal.
Abwechselnd nahmen darin die Mannschaften verschiedener deutscher und einer schwedischen Seefahrtsschule Platz, um beim mittlerweile traditionellen Kutterpullen ihre Kräfte zu messen. Dabei ruderten (seemännisch: pullen) sie nicht nur gegen die gegnerische Mannschaft, sondern auch gegen die rauen Wetterbedingungen auf der 300 Meter langen Strecke.
Starker Wind und grober Wellengang machten es den zwanzig Teams mitunter nicht leicht in die Startposition zu kommen, wurden sie doch immer wieder flussaufwärts gedrückt. Trieben die Kutter noch fast von selbst zur Wendemarke, mussten die zehn Männer und Frauen pro Boot auf der Rücktour ordentlich die Riemen, wie der Seemann die Ruder nennt, reißen.
Muskelkraft war gefragt bei der Besatzung auf den Holzbänken, die von einem Steuermann an der Pinne angefeuert wurde.

Beim Anblick des schwedischen Segelkutters brach erstaunter Jubel am Ufer aus. Hier feierten die vielen bestens gelaunten Seefahrtsstudenten und Schaulustigen mit Musik, Bratwurst und Bier.

Zum ersten Mal in seiner zwölfjährigen Geschichte musste das Rennen jedoch vorzeitig abgebrochen werden. „Wegen der Wetterbedingungen sahen wir die Sicherheit der Teilnehmer und Berufsschifffahrt nicht mehr gewährleistet“, begründet Georg Finger vom Fachschaftsrat Seefahrt die Entscheidung. Während der Achtelfinale verschlechterte sich das Wetter zunehmend. Starker Regen brach aus und Aussicht auf Besserung war nicht in Sicht.
Da aber nur ein K.O.-System mit einem eindeutigen Sieger vorgesehen war, die Erst- und Zweitplatzierten nach den Vorläufen jedoch zeitgleich waren, musste der Sieger auf eine andere Weise „ausgepullt“ werden.
„Was lag also näher, als ein Seil zu nehmen und auf dem Gelände der Hochschule Wismar in Warnemünde, ein klassisches Tauziehen zu veranstalten? Damit wurde der TSV Seestermühe Marsch Sieger, das Schlauchboot Zweiter und die Riemenrocker Drittplatzierte“, berichtet Georg Finder.
Der Studentenclub der Warnemünder Seefahrtsstudenten „Sumpf“ landete auf dem 14. Platz, das hiesige Erstsemester-Team „Frischfisch“ auf dem 16.
Obwohl die Veranstaltung nicht wie geplant beendet werden konnte, wurde abends bei Freibier und ausgelassener Stimmung weitergefeiert, ein zünftiger Einstieg ins Wintersemester 2011.Fotos vom Kutterpullen 2011 in Rostock-Warnemünde:

Startschuss zum Achtelfinale, kurze Zeit später wurde das Wettrudern wegen schlechten Wetters abgebrochen 
Die Breitling Puller beim Kutterpullen in Warnemünde 
"Luke, ich bin dein Puller" und "Frischfisch" vor Pier 7 
Marinegirls Rheinsberg beim Kutterpullen in Warnemünde 
MarPull aus Elsfleth beim Kutterpullen in Warnemünde 
Peter Döhle Team beim Kutterpullen in Warnemünde 
Ruderkutter 
Das Team vom "Sumpf", dem Studentenclub der Warnemünder Seefahrtsstudenten 
Zweitakter beim Kutterpullen in Warnemünde 
Frischfisch Team beim Kutterpullen in Warnemünde