Kutterpullen 2012 der Seefahrtsschule Warnemünde
TSV Seestermüher Marsch am schnellsten beim Kutterrennen auf dem Seekanal
7. Oktober 2012, von Andre
Wenn unter einem Wasser ist und dann auch noch von oben Wasser kommt, kann man eigentlich nur eins machen: Den Körper auch von innen befeuchten. Mit reichlich Bier, Schlagern und guter Stimmung trotzten die Zuschauer und Teams dem anhaltenden Regen beim diesjährigen Kutterpullen der Seefahrtsschule Warnemünde und verwandelten den Passagierkai Pier 7 so kurzerhand in ein kleines Volksfest.

Dabei war der Partykai nur Kulisse für die spannenden Wettkämpfe auf dem Seekanal. Beim Kutterpullen fahren immer zwei Mannschaften in einem Duell um die Wette. Die Kutter der ZK-Klasse, die gesegelt und gerudert werden können, bieten Platz für 10 Riemen und einen Steuermann. Auf den 400 Metern mit Wende kommt es dabei nicht nur auf Muskelkraft und Kondition an, sondern auch darauf, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden und einzuhalten.
Zwar regnete es fast den ganzen Vormittag, eine Gefahr für den Wettbewerb herrschte aber zum Glück nicht. Im letzten Jahr zwang ein Sturm die Veranstalter, das Rudern abzubrechen und ersatzweise den Gewinner im Tauziehen festzustellen.

Durchsetzen konnte sich dabei der TSV Seestermüher Marsch. Die Mannschaft aus der kleinen Gemeinde nordwestlich von Hamburg bewies, dass sie beim Kutterpullen nicht zu schlagen ist. Als einzige Gruppe blieb sie auf der Strecke unter drei Minuten und holte so den Tagessieg und den erstmals vergebenen Wanderpokal der Hansestadt Rostock. „Der Regen störte nicht, nur die Kälte war schwierig, da die Muskeln so auf dem Wasser erst einmal in Wallung kommen mussten“, verriet der Teamkapitän.

Auf Platz zwei, ebenfalls wie im vergangenen Jahr, landete das Team „Schlauchboot“ aus Wismar. Sie waren die große Überraschung des Turniers, mussten sie sich doch in einem knappen Viertelfinale noch der Mannschaft von „Marpull“ aus Elsfleth geschlagen geben. Durch die schnellste Verliererzeit durften sie dann aber noch einmal zu den Riemen greifen und kämpften sich dabei zur zweitschnellsten Zeit des Tages.
„Marpull“ landete in der Gesamtwertung mit nur wenigen Hundertstelsekunden Vorsprung auf die „Riemen-Rocker“ aus Wismar, für die das Kutterpullen in Warnemünde das Highlight des Jahres war, auf Platz drei. Die Hochschulsportler konnten sich außerdem über den Ehrenpreis für das schönste Team freuen, den sie sich vor allem durch ihre einheitlich rosafarbenen Flamingoshirts verdient hatten.

Einen weiteren Sonderpreis gab es für die schwedische Delegation der Chalmers Universität aus Göteborg. Die zwei Mannschaften waren mit über sechs Minuten zwar mit Abstand am langsamsten, dafür unterhielten sie das Publikum aber am besten. So wurde kurzerhand am Pier angehalten, um etwas Verpflegung für die Strecke in das mit einem Schirm verzierte Boot gereicht zu bekommen – 400 Meter sind ja auch recht weit. Als der Weg geschafft war, gab es dann einen Freudensprung ins dreizehn Grad kalte Wasser.
Ob sich die jungen Männer heute mit einer Erkältung rumschlagen müssen, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass alle 21 Mannschaften und die Zuschauer viel Spaß hatten und bestimmt auch im nächsten Jahr wiederkommen werden. Dann vielleicht ja auch endlich mal mit durchgehend gutem Wetter.