„Das ist die Linie zwischen Leben und Tod“- schärft Arthur Frank seinen Zuhörern ein. Er ist Pilzberater und weist die Besucher der 34. Landes-Pilzausstellung im Botanischen Garten der Universität Rostock auf den Manschettenring als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zwischen den essbaren Stockschwämmchen und den Gifthäublingen hin. Die toxische Wirkung der Gifthäublinge ist mit den Grünen Knollenblätterpilzen vergleichbar. Die wiederum sind in ihrer frühen Wachstumsphase mit den beliebten jungen Champignons zu verwechseln, erklärt Mykologe Dr. Volkbert Kell anhand von anschaulichen Tafeln, die an diesem Wochenende Informationen rund um Pilze für die Besucher des Botanischen Gartens bereithalten. Auch die Kleinen werden bei der Landes-Pilzausstellung mit Spiel und Spaß an das Thema „Pilze“ herangeführt.

Fast minütlich kommen weitere Exemplare zur Pilzsammlung hinzu. Die Besucher haben sie von ihren Wochenendausflügen in den Wald mitgebracht und lassen sie nun von den sieben Pilzberatern begutachten. „Viel ist ja nicht los mit den Pilzen. Vor allem Fliegenpilze und Boviste haben wir gesehen“, sagt die Pilzsammlerin Irene Wegner, die einige ihrer Fundstücke aus ihrem Korb Dietrich Mausolf vorzeigt. „Das Speisepilzangebot ist in diesem Jahr sehr mäßig. Wir hoffen auf Besserung in den nächsten Tagen“, sagt der Pilzberater.

Zu den alljährlichen Attraktionen zählen klassische Speisepilze wie die Krause Glucke, Rotkappen, von denen ein besonders großes Exemplar zu sehen ist, oder auch die Riesenboviste, die auf einer Rinderkoppel am Fleesensee gewachsen sind. Nicht so häufig hingegen sieht man den Wetterstern, der sich bei Trockenheit sternförmig öffnet und bei Feuchtigkeit schließt. Auch der fransige Wulstling ist selten. Pilzberater Carsten Pätz konnte jedoch ein besonders stattliches Exemplar dieses Speisepilzes ausstellen.

Zahlreiche Tipps zur Ernte, Zubereitung und vor allem sicheren Erkennung von essbaren und giftigen Pilzen hatten die sieben Pilzberater wieder parat. Wer ihren Rat auch in den kommenden Wochen der Pilzsaison in Anspruch nehmen möchte, kann an folgenden Terminen im Botanischen Garten vorbeischauen:
- 3. Oktober, 14 bis 18 Uhr, Dietrich Mausolf
- 6. und 7. Oktober, 14 bis 18 Uhr, Horst Stascheit
- 13. und 14. Oktober, 14 bis 17 Uhr, Arthur Frank
- 20. und 21. Oktober, 14 bis 17 Uhr, Ria Bütow
- 27. und 28. Oktober, 14 bis 17 Uhr, Dr. Volkbert Kell
Mecklenburg-Vorpommern dürfte zu den Ländern mit den eifrigsten Pilzesammlern zählen. Insgesamt etwa 45 vom Gesundheitsamt geprüfte Pilzberater, die sich ihr Wissen durch jahrelange Erfahrung und ständige Weiterbildung erworben haben, stehen hier mit ihrem Rat zur Verfügung.