
Mit Beratung und Planungshilfe, aber auch mit Fördermitteln wurden seit 2005 landesweit bereits 25 Bauvorhaben in acht Städten durch diese Initiative unterstützt. In Rostock haben bisher sieben Projekte davon profitiert. Ein weiteres wird gerade vorbereitet. Vier Häuser sind bereits fertiggestellt worden, informiert Reinhard Wolfgramm, Geschäftsführer der als Sanierungsträger zuständigen Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS).
Eine Untersuchung der Stadtplaner habe ergeben, dass es noch ungefähr 20 kleinere Baulücken in der Innenstadt – vor allem in der Östlichen Altstadt, aber auch in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt - gebe, auf die ein Einfamilienhaus passt. 90 Prozent davon befinden sich in Privateigentum.
Doch private Grundstücksbesitzer bleiben einem Bauvorhaben in der Innenstadt gegenüber oft skeptisch. „Ein Eigenheimbau konkurriert nach wie vor mit anderen Standorten auf der grünen Wiese“, erklärt Peter Ebert, von der Planungsgruppe Stadt und Dorf, die im Auftrag der RGS die Baulücken untersucht. Archäologische Grabungen, schwierige Gründungsverhältnisse - als zu kompliziert, langwierig und zu teuer fasst er ihre Vorbehalte zusammen.


„Mit solchen Verfahren möchten wir dazu beitragen, dass moderne Architektur in hervorragender Qualität in der Altstadt eingesetzt werden kann“, betont Odett Freiberg von der RGS und verweist auf die mit Metallflächen gestaltete Fassade eines Neubaus in der Großen Goldstraße. Zuvor sei auf der kleinen Fläche der Parkplatz seiner Zahnarzt-Praxis gewesen, erzählt Wolf-Peter Uhde, der mithilfe dieses Programms nun hier seinen Alterswohnsitz errichtet hat. „Mit Ende 60 überlegt man sich, ob man noch ein Haus baut.“ Doch mit dem Ergebnis zeigt sich der Bewohner des viergeschossigen Hauses nun zufrieden. Barrierefreiheit, Energiefreundlichkeit, Dachgarten – viele Vorstellungen der Bewohner flossen in die Gestaltung des Hauses ein. „Ich war doch sehr erstaunt, wie offen und großzügig die Ämter waren“, erinnert er sich auch an ein vorheriges Bauprojekt, das sich eng an historische Vorbilder halten musste.
„In den denkmalgeschützten Bereich der Altstadt sollen in Abstimmung mit den Denkmalpflegern auch bewusst andere Materialien eingebracht werden“, erläutert Odett Freiberg.
Auch das neue Eigenheim von Dirk Sobotka im Gerberbruch fügt sich mit moderner Architektur zwischen einem Viergeschosser der Gründerzeit und der Alten Gerberei ein. „Wir haben versucht den Industriecharakter des historischen Ensembles wieder aufzunehmen“, erklärt der Hauseigentümer und findet schade, dass nun der alte Schornstein und weitere Teile der Alten Gerberei neuen Wohnbauten Platz machen sollen.
Auch was die Energieversorgung seines Hauses betrifft, bedauert er, dass es mit den zuständigen Ämtern nicht möglich gewesen sei, ein Konzept zu entwickeln, das die Energie der in unmittelbarer Nähe vorbeifließenden Warnow nutzt. „Fernwärme kommt hierher. Das hätten auch wir gerne gehabt. Aber wir werden nicht angeschlossen“, beklagt er weitere bürokratische Hürden.
Derzeit werden drei weitere Projekte vorbereitet: im Küterbruch 8c, im Ellernhirst 4/5 und am Alten Markt 7.
Weitere Informationen findet ihr auf der RGS-Website.