
Die Universitätsbuchhandlung Weiland in der Kröpeliner Straße hatte den Abend des 22. Oktobers unter das Motto „Lange Nacht der Bücher“ gestellt.
Auf den drei Etagen des Hauses konnte gelesen und gekauft, aber auch gelauscht und gestaunt werden. Denn der Abend war keine reine Verkaufsveranstaltung, sondern eine Mischung aus Kultur, Musik und Unterhaltung.
Die schon angesprochene Jazzmusik war in der obersten Etage platziert. Die Band um Andreas Pasternack sorgte den ganzen Abend über mit viel Power für ausgelassene Stimmung. Gelegentlich haben sich sogar Gäste zu einem Tanz hinreißen lassen.
Ein kulinarisches Highlight war die Back-Präsentation von Cynthia Barcomi, die nicht nur ihr neues Buch vorstellte, sondern auch Kostproben verteilte. Muffins, Kuchen und Kekse sorgten für einige Verzückung bei den Gästen. Wer nichts mehr abbekam, musste mit Brezeln vorlieb nehmen, die den ganzen Abend verteilt wurden.

So empfahl Fridtjof Melms etwa den Roman „Freiheit“ von Jonathan Franzen. „Das letzte Buch des Autors ist vor neun Jahren entstanden und ich war gespannt, ob er noch mal so ein gutes Buch hinbekommt. Und ich muss sagen: Ja, hat er!“
Des weiteren stellten sich im Laufe des Abends auch das Literaturhaus Rostock und das Kempowski Archiv der Hansestadt vor.
Den Abschluss auf der unteren Ebene machte die Lesung von Stefan Bollmann. Wobei man sagen muss, dass es eher ein virtueller Museumsrundgang war. Das Buch „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ ist eine Sammlung von Kunstwerken lesender Frauen, die der Autor aus München mit kleinen Geschichten versehen hat.

In acht Kapiteln werden die einzelnen Regionen des Landes vorgestellt, ergänzt von zwei Kapiteln über Kraniche und Parks. Die Fotos hat Martin Kirchner aus Röbel gemacht.
Kluttig stellte die Besonderheit des Buchhandels mit einer interessanten Studie heraus: „60 Prozent aller Besucher einer Buchhandlung wissen vorher nicht, welches Buch sie kaufen werden.“

Der Drucker aus Krakow am See war mit seiner alten Druckerpresse angereist und konnte den Gästen so an der seiner Meinung nach „bedeutendsten Kulturleistung der Menschheit“ teilhaben lassen. Jeder Interessierte konnte sich selbst ein Lesezeichen drucken oder eine handgemachte Postkarte kaufen.
Filialleiter Florian Rieger war enthusiastisch. „Wir haben vielleicht mit 300 bis 400 Gästen gerechnet. Jetzt sind es mehr als doppelt so viele geworden“, erzählte er freudestrahlend. Er freue sich auch sehr für seine Kollegen, die so viel Arbeit und Herzblut in die Vorbereitung und Durchführung des Abends gesteckt hatten. Er verriet mir auch, dass jetzt schon zwei Veranstaltungen dieser Art für das nächste Jahr geplant seien, eine im Frühjahr, eine im Herbst. Da wolle man dann auch die kleinen technischen Schwierigkeiten, wie das fehlende Mikro bei den Lesungen, gelöst haben.

Andreas Pasternack und Band 
Stefan Bollmann 
Vorstellung Kempowski-Archiv und Literaturhaus 
Lange Nacht der Bücher bei Weiland Rostock 
Lange Nacht der Bücher bei Weiland