Die Liebesschlösser an der Bahnhofsbrücke in Warnemünde werden abgenommen. „Die gehören hier nicht hin“, meint Heiko Tiburtius, Leiter des Hafen- und Tiefbauamtes. Seit der Brückensanierung 2011 brachten Verliebte hier nach und nach sogenannte Liebesschlösser an - erst an die beiden Ketten auf der Seite des Brückendrehrades und später auch am gegenüberliegenden Geländer. Dicht gedrängt dürften hier inzwischen mehrere hundert mit Datum, Herzchen und den Namen der Verliebten verzierte Vorhängeschlösser hängen. Wie viele andere Städte weltweit hat damit auch Warnemünde seine eigene Liebesschlossbrücke, eine beliebte Attraktion nicht nur für Touristen.

Das Hauptproblem bei derartigen massenweise auftretenden Liebesbekundungen ist das Gewicht der Schlösser. „Irgendwann reißen die Ketten und Stahlseile und die Schlösser fallen runter. Da kann es sein, dass sich jemand verletzt“, zeigt sich Heiko Tiburtius besorgt.
Nun wird am Südende des Alten Stroms nach einem geeigneten Standort gesucht. Auch für die Innenstadt, etwa am Stadthafen, kann sich der Amtsleiter so eine Einrichtung vorstellen.

1903 erstmals in Betrieb genommen, gehört sie dann wieder zu den ältesten funktionsfähigen Drehbrücken Deutschlands. Als Verbindung zwischen dem Bahnhof auf der Mittelmole und dem Ostseebad ist sie ein vielbenutzter Weg für Fußgänger und Radfahrer. Schiffe passieren das technische Denkmal allerdings kaum noch. Dennoch wurde sie zwischen 2005 und 2011, als der Drehmechanismus noch nicht defekt war, im Frühjahr zum Stromerwachen und zum Saisonende zur Wartung und zur Freude vieler Schaulustiger gedreht.