
Nach acht Wochen Bauzeit wurde die Brücke heute pünktlich zum Beginn der 74. Warnemünder Woche wieder für den Fußgängerverkehr freigegeben. Neben Korrosionsschutzarbeiten wurden in dieser Zeit auch die gesamten Bohlen des Fahrbahnbereichs erneuert.
Knapp 220 massive Eichenbohlen wurden verlegt und mit jeweils 22 Bolzen verschraubt, erläutert Zimmermeister Olaf Jantzen von der Zimmerei Blum. Stolz zeigt er auf die Schrauben, mit denen die Bohlen in traditioneller Handwerkskunst befestigt wurden.
„4.800 Schrauben, das war ordentlich Arbeit“, erzählt der Zimmermeister und auch die Eichenbohlen haben es in sich gehabt. „120 Kilogramm bringt jede dieser Bohlen auf die Waage“, so Jantzen. Auch sie mussten ganz traditionell mit Muskelkraft an ihren Platz gebracht werden.
Verwendet wurde Holz, das aus der Rostocker Heide kommt. „Das ist nicht einfach nur Holz“, weist Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus auf eine Besonderheit hin, „das ist zertifiziertes Holz nach dem FSC.“ Dieses internationale Zertifikat belegt die nachhaltige Bewirtschaftung und konnte seit dem Jahr 2000 fortlaufend für die Rostocker Heide verteidigt werden.

Letztes Jahr wurden die Bäume gefällt, anschließend kamen sie relativ schnell ins Sägewerk, wo sie dann noch ein gutes halbes Jahr trocknen konnten, beschreibt Ahrens den Prozess vom Baum bis zur Brückenbohle. Danach ging es noch eine Woche in die Trockenkammer, bevor die Hölzer gehobelt werden konnten. „Luftgetrocknet hätte man etwa sechs Jahre gebraucht“, so Ahrens, „man versucht die Natur hier etwas zu überlisten.“
1991 fand die letzte Sanierung statt und mindestens 10 bis 20 Jahre soll die Brücke auch jetzt wieder halten. „Vielleicht langt unser sehr gutes Holz aus der Rostocker Heide sogar noch zehn Jahre länger“, zeigt sich Matthäus zuversichtlich.
Schon am Wochenende haben die neuen Bohlen ihre erste Bewährungsprobe zu bestehen, dürften sich zum Warnemünder Umgang und dem Waschzuberrennen doch wieder zahlreiche Schaulustige auf ihr versammeln.
Auch wenn mit der Freigabe der Brücke die Arbeiten im oberen Bereich beendet sind, wird am Unterbau weiter gearbeitet, berichtet Anja Koch vom Tief- und Hafenbauamt. Sie ist vonseiten der Stadt für die Koordinierung des Projektes zuständig.

Im Herbst soll dann auch das Drehen der Brücke nachgeholt werden, das beim diesjährigen Stromerwachen leider ausfallen musste. „Vielleicht klappt es zur Dorschwoche“, gibt sich Koch optimistisch.