17. Stromerwachen in Warnemünde 2011
Herrliches Sommerwetter zur Saisoneröffnung 2011 im Ostseebad Warnemünde
30. April 2011, von Andre
Es ist fast schon etwas beängstigend, wie gnädig der Wettergott in diesem Jahr mit Rostock ist. Der zweitwärmste April seit 1881 sorgte auch am Samstag wieder für strahlenden Sonnenschein und einen wolkenfreien Himmel. Es war zwar etwas windig und noch frisch, aber trotzdem boten sich ideale Bedingungen, um nun auch offiziell die Saison im Seebad Warnemünde zu eröffnen. Traditionell dazu fand auch in diesem Jahr wieder das große Stromerwachen statt.
Über 1000 Menschen waren nach Warnemünde gekommen und der Ort zeigte sich von seiner besten Seite. Die alte Bahnhofsbrücke war hübsch geschmückt, es roch nach frischem Fisch und die verschiedenen Eisdielen boten Soft- und Kugeleis an. Und natürlich konnte man auch an diversen Stellen Fischbrötchen erwerben, das heimliche Wahrzeichen von Warnemünde.

Die Festivität war in vier Stationen aufgeteilt. Den Anfang machte der Fischmarkt rechts vom Alten Strom. In der Parkanlage beim Bootsverleih war eine Hüpfburg aufgebaut und Tret- und Motorboote konnten ausgeliehen werden. Die meisten Besucher waren aber wahrscheinlich auf der Flaniermeile „Am Strom“ unterwegs. Von der Vogtei bis hin zur Mole waren neben den normalen, vor allem kulinarischen Angeboten, viele Stände mit Schmuck, Haushaltswaren und Bekleidung aufgebaut.

Die letzte Station war der Leuchtturmplatz. Dort waren für die Kinder ein kleines Riesenrad und ein Kettenkarussell aufgebaut. Seit sieben Jahren treffen sich auch die Drehorgelfreunde anlässlich des Stromerwachens. In diesem Jahr hatte das mecklenburgische Drehorgelorchester sieben unterschiedliche Instrumente aufgebaut und sorgte so für die passende akustische Untermalung des Tages. Natürlich konnte man auch den Teepott besichtigen oder den Leuchtturm besteigen.

An der Vogtei, dem Haus des Gastes, war eine kleine Bühne aufgebaut. Dort sorgte der Shantychor „De Klaashahns“ aus Warnemünde für ein maritimes Flair. Nicht nur klassische Seemannslieder gab es zu hören, sondern auch die eine oder andere Seefahrerweisheit: „Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, braucht es einen, der was regelt.“ Und nicht nur die Trachtengruppe Warnemünde in ihren historischen Kostümen schunkelte fleißig mit, sondern auch die zahlreichen Besucher.

Zu ihnen gehörten auch Regina und Detlef Bethke. Sie kommen ursprünglich aus der Ostprignitz und machen mindestens einmal im Jahr eine Tour an die Küste. Dieses Mal begleitete sie ihr Enkel Lukas. Nachdem sich die Familie mit einem Backfisch gestärkt hatte, ging es „Am Strom“ entlang, wo der Fünfjährige seine Großeltern zu einem Fernglaskauf überreden konnte. „Wir haben nur durch Zufall erfahren, dass heute Stromerwachen ist“, sagte Regina Bethke. Lukas erzählte stolz, dass er schon Fähre gefahren sei. „Ich will noch Schiffe angucken. Zum Baden ist es ja noch zu kalt“, sagte der Junge.
Insgesamt also wieder ein gelungener Saisonauftakt, der jedoch auch ein wenig getrübt wurde. So gab es dieses Jahr kein großes Riesenrad und auch die im Programm angekündigte Drehung der alten Bahnhofsbrücke blieb aus. Diese sei nicht durch den TÜV gekommen und müsse nun technisch überholt werden.
Auch am morgigen Sonntag geht das Stromerwachen noch weiter. So ist die Bummelmeile wieder geöffnet und an der Vogtei steht um 12 Uhr der Shantychor „Luv un Lee“ auf der Bühne.