Samstagsnacht, wenn es dunkel ist, schwirren sie durch Rostocks Straßen: die Nachtschwärmer. Am letzten Samstag waren mal wieder besonders viele unterwegs - trotz frostiger Temperaturen. Gleich elf Rostocker Klubs lockten nicht nur mit ihrem wärmenden Licht. Vor allem die Live Musik zog die etwa 2600 jungen Besucher der LOHRO-Klubnacht an.
Bereits zum sechsten Mal fand dieses Partyereignis des Rostocker Lokalradios statt. Das Praktische daran: Mit nur einem Ticket öffneten sich die Türen zu einer, mit irdischen Kräften, nicht zu bewältigen Vielfalt an Liveacts. Es war natürlich auch nicht das Ziel der Klubnacht alles abzugrasen. Für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein und so musste man sich vorher schon einen Plan machen, um das Beste nicht zu verpassen.

Hier im Jugendklub am Stadthafen begann übrigens auch die Party- und Konzertnacht kurz vor 9 Uhr mit der Londoner Band The Domino State, deren Musik gemeinhin als epischer Indie Pop beschrieben wird. Sphärisch, fetter Sound, weittragende Melodien – ja das war ein schöner Einstieg in eine lange Nacht.

Zeit für mich zu gehen und den nächsten Klub aufzusuchen. Mir war irgendwie nach Weltmusik. Mit Daniel Kahn and the Painted Bird versprach die Klubnacht „abgefahrene Klezmer-Musik“. Also ab ins JAZ. Hier hatte mein Plan die erste Bewährungsprobe zu bestehen. Nachdem ich eine halbe Stunde länger auf den Auftritt warten musste als angekündigt, blieb leider nur noch Zeit für einen Titel.

Noch mal eben bei Movimento selbst ein paar heiße Sambarhythmen mitgetrommelt und dann durfte es nach so viel handgemachter Musik auch wieder etwas elektronisch werden.
Im Zwischenbau fand ich James Yuill, der gerade an seinen Keyboards und Reglern eine Mischung aus Songs und Dancemusic zum Erklingen brachte, wie der Engländer seine Musik selbst beschrieb. „Fantastic“ lautete sein Fazit nach seinem Auftritt bei der LOHRO-Klubnacht. Er hatte gar nicht damit gerechnet, dass so viele Leute kommen würden. Ein guter zweiter Tag auf seiner zehntägigen Tournee.

Mit diesen Eindrücken beendete ich meine Tour durch die 6. LOHRO-Klubnacht. Mein Party-Plan war erfüllt. Einiges wäre da noch zu erkunden gewesen. Aber schon mit dieser Auswahl habe ich eine weite musikstilistische Bandbreite mit der dazugehörigen Jugendkultur erlebt. Internationale Musiker und Local Heros haben für Party-Stimmung gesorgt.



