Die Macht des Meeres erscheint für uns Menschen höchst zwiespältig. Segler schätzen die sportliche Herausforderung im Kampf mit den hohen Wellen. Für Flüchtlinge bedeutet sie eine unsichere Fahrt auf der Suche nach einer neuen Heimat. Nicht selten wird sie zu einem Kampf ums Überleben, so wie wir es immer wieder aus den Nachrichten über afrikanische Flüchtlinge auf Lampedusa hören.

In diesem Jahr werden nun etwa ein Dutzend Druckgrafiken von Lucia Schoop unter dem Titel „Zu Wasser und zu Lande“ gezeigt. Dafür hat die Künstlerin Abbildungen von Flüchtlingen und Fotos von Regatten oder von der Hanse Sail im Internet gesammelt und in Linolschnitte umgesetzt. Sich dabei auf wesentliche Formen beschränkend, erzeugt sie so eine unbehagliche Ambivalenz, die das Schöne und das Tragische der Macht des Wassers miteinander verflechtet.
So kann man in „Regatta“ nur erahnen, ob es sich bei einem stark zur Seite geneigtem Boot um ein waghalsiges Wendemanöver von Seglern in brausender See handelt oder um ein zu kentern drohendes Flüchtlingsboot.

„Durch die Kombination entsteht eine ganz neue Aussage", erläutert die Künstlerin. Lebendigkeit erhalten ihre Kunstwerke durch die unterschiedliche Farbigkeit. Schattenbildung und Überlappungen suggerieren Dreidimensionalität und Bewegung des Wassers.
All jenen, die in diesen Tagen dem Trubel des Freizeitvergnügens Hanse Sail etwas entrinnen möchten, soll mit den Bildern der Ausstellung auch die Not der Flüchtlinge aus Afrika ein wenig nähergebracht werden.
Lucia Schoops Ausstellung „Zu Wasser und zu Lande“ kann noch bis zum 10. September mittwochs bis samstags immer von 14 bis 19 Uhr besucht werden. Auch am Hanse Sail-Sonntag ist die Galerie geöffnet. Alle Besucher der Hanse Sail, die in der Galerie eine Buchungsbestätigung der Tall-Ship Buchungszentrale des Hanse Sail Vereins vorlegen, bekommen mit ihren Begleitern ein Glas Wein. Gratis!