Erster Lufthansa-Linienflug Frankfurt/Main - Rostock-Laage
Deutsche Lufthansa startet Linienverbindung zwischen Rostock-Laage (RLG) und Frankfurt am Main (FRA) und erweitert ihr Angebot nach München (MUC)
27. März 2011, von Olaf
Wenn am Flughafen der rote Teppich ausgerollt wird, gilt dieser feierliche Empfang meist prominenten Gästen. Neben den Passagieren, die gestern in Rostock-Laage begrüßt wurden, war jedoch eher die Maschine der eigentliche Star, eröffnete die Boeing der Lufthansa doch am Morgen die neue Flugverbindung nach Frankfurt am Main.
Als besonderes Bonbon der Fluggesellschaft sogar einen Tag früher als üblich, tritt der Sommerflugplan der Lufthansa traditionell doch erst am letzten März-Sonntag in Kraft. Am Rhein-Main-Flughafen noch bei wolkigem Wetter gestartet, landete die Lufthansa-Maschine bei strahlendem Sonnenschein auf dem Regionalflughafen Rostock-Laage.

Auch für Flugkapitän Michael Jung, Flottenchef der Boeing 737 bei Lufthansa, ein besonderes Ereignis. Als „beeindruckend“ beschrieb er den herzlichen Empfang, den er so zum ersten Mal erlebte. Er komme gerne wieder, zumal er Rostock und die Umgebung auch landschaftlich sehr interessant finde.
Und schließlich sei der einzige Flughafen in Deutschland mit gemischter militärisch-ziviler Nutzung auch kein ganz gewöhnlicher Regionalflughafen, betonte Jung.

So nutzte die Crew der Lufthansa gleich die Möglichkeit, mit dem hier stationierten Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ auf Tuchfühlung zu gehen. Schließlich teile man sich auch den Kranich als Symbol, wie Markus Krammel, Kommodore des Jagdgeschwaders, bemerkte.
Geflogen wird die Verbindung zwischen Rostock-Laage (RLG) und Frankfurt am Main (FRA) mit einer Boeing 737-500, die 106 Passagieren Platz bietet. 70 Minuten beträgt die Flugzeit, Hin- und Rückflug sind ab 99 Euro zu haben.

Mindestens bis zum Ende des Sommerflugplans bedient die Lufthansa ab sofort jeden Samstagmorgen und Sonntagabend die Strecke von Frankfurt nach Rostock und wieder zurück.
Die Chancen für einen dauerhaften Erhalt der Linie stehen gut. Die Strecke werde angenommen und es liegen bereits mehr als 1.300 Buchungen vor, wie Dr. Alexis Graf von Hoensbroech, Leiter Hubentwicklung und Kapazitätsmanagement Frankfurt der Deutschen Lufthansa AG, bekannt gab.

Er sehe ein hervorragendes Potenzial für die Zukunft, vor allem im touristischen Bereich, aber nicht nur dort. „Unser Ziel ist es, die Ostsee als Wochenend- und Urlaubsdestination für das Rhein-Main-Gebiet zu entwickeln“, erklärte der Lufthansa-Vertreter. Darüber hinaus möchte er aber auch „mehr und mehr Geschäftsreisende auf diese Strecke kriegen.“
Und die Lufthansa verstärkt ihr Engagement am Rostocker Flughafen. Zeitgleich mit der neuen Verbindung erhöht die Fluggesellschaft die Zahl der Flüge auf der Strecke nach München (MUC) auf drei pro Woche. Auch Maria Muller zeigte sich als Geschäftsführerin sehr erfreut über die verstärkte Einbindung ihres Flughafens in das Streckennetz der Lufthansa.

Mit der neuen Linie nach Frankfurt/Main erhält Rostock Anschluss an den größten Flughafen Deutschlands und eines der wichtigsten internationalen Drehkreuze.
Für Staatssekretär Sebastian Schröder aus dem Verkehrsministerium „ein gutes Angebot für Kurzurlauber aus Bayern und dem Rhein-Main-Gebiet hier nach Mecklenburg-Vorpommern zu kommen“, wobei es natürlich gern auch ein längerer Aufenthalt sein dürfe.

Aber auch für die Fluggäste aus unserem Land sieht Schröder mit den nun insgesamt fünf Wochenverbindungen der Lufthansa eine „deutliche Verbesserung mit bisher nie da gewesenen Umsteigemöglichkeiten.“ Zusammen mit von Hoensbroech und Ilka Lochner-Borst, Bürgermeisterin von Laage, durchschnitt Schröder das symbolische Band und eröffnete die Strecke damit offiziell.
Zu den ersten Gästen, die das neue Angebot in Richtung Mainmetropole nutzten, gehörte auch Jochen Bruhn, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Rostocker Flughafens. Allerdings „in rein privater Mission“, wie er betonte. Geht es über das Frankfurter Drehkreuz für ihn doch weiter in den Urlaub nach Lissabon.