Eigentlich sollte gestern Abend Mayuko Miyatas Kammermusikprüfung stattfinden. Seit November hatte sich die japanische Pianistin mit dem Cellisten Martin Smith und Mari Sakai, Violinenstudentin der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT), darauf vorbereitet.
Doch die Ereignisse in Japan, die Naturkatastrophen der letzen Woche mit ihren verheerenden Folgen für die japanische Bevölkerung in großen Teilen der Insel, ließen auch Mayuko Miyata wie viele andere auch hier in Deutschland nicht unberührt. Kurzerhand erklärte die 29-Jährige daher das lang geplante Prüfungskonzert zum Benefizkonzert und bat das Publikum um eine Spende für das Rote Kreuz Japan.

Drei Klaviertrios aus unterschiedlichen Epochen von Haydn, Debussy und Schostakowitsch hatten die drei Musiker für diesen Abend einstudiert. Es war bereits der zweite Teil von Mayuko Miyatas Prüfungen.
Und wie haben sie die Ereignisse bei der Vorbereitung dieses Kammermusikabends beeinflusst? „Drei Tage konnten wir gar nichts machen und warteten auf Nachrichten“, erzählt Mayuko Miyata, deren Eltern südlich von Tokio leben.„Aber man muss halt machen, was man machen kann. Einige Freunde in Tokio können keine Benefizkonzerte geben wegen des Stromausfalls. Sie wurden abgesagt. Aber wir sind in der Lage das zu machen“, sagt die Musikerin.

Ein Erfolg war der Abend gleich in doppelter Hinsicht. Über 1.650 Euro und 6 Dollar kamen für das Rote Kreuz Japan zusammen und Mayuko Miyatas Vorspiel wurde mit der Bestnote 1,0 bewertet - Glückwunsch!
Auch morgen will Mayuko Miyata wieder gemeinsam mit Mari Sakai an der Geige für die Katastrophenopfer Japans spielen. Dann findet nämlich um 18 Uhr im Kammermusiksaal ein weiteres Benefizkonzert statt. Gestaltet wird es von den japanischen Studenten der Hochschule für Musik und Theater und den beiden japanischen Pianistinnen Wakana Yamazaki und Yasuko Sugimoto, die ebenfalls an der HMT tätig sind.
Nachtrag:
Dank der Konzertbesucher am 20. März ist eine weitere Spendensumme von mehr als 1.680 Euro und 5 Pfund zusammengekommen, die ebenfalls dem Roten Kreuz Japan zugute kommen soll.