

Noch eine weitere Besonderheit bietet das diesjährige Sommerstück: Es ist das erste richtige Musical der Theatergruppe. Zwar gab es früher auch gelegentlich Lieder, doch waren diese eher schmückendes Beiwerk. Bei „Me and my Boy“ wird über die Musik, die hauptsächlich vom Studenten Erik Malter stammt, die Geschichte vorangetrieben. Und das funktioniert erstaunlich gut. Die Stücke, die auch gesanglich gut und voller Inbrunst vorgetragen werden, fügen sich nahtlos in das restliche Geschehen ein und führten bei mir dazu, dass ich am liebsten aufstehen und mittanzen wollte.

Dazu kommt noch ein intriganter Nachbar, ein Künstler mit einem Gipsbein, ein Reisebus voller amerikanischer Touristen, zwei Klatschreporter und ein totes Pferd. Irgendwann steht ein halb nackter Mann im Garten und auch im Schlafzimmer der Hausherrin Lady Amalia taucht einer auf. Eine Mutter erscheint unerwartet und es werden seltsame Kekse konsumiert. Sogar George Clooney soll irgendwo zwischen der feinen Gesellschaft gesehen worden sein.
Die knapp zwei Stunden vergehen wie im Flug und gerade in der zweiten Hälfte bleibt einem kaum Zeit zum Luftholen, weil alles Schlag auf Schlag geht. Großartige Requisiten oder ein besonders detailliertes Bühnenbild braucht die Gruppe nicht, wodurch man sich besser auf die Dialoge und die toll gespielten und oft schrulligen Figuren konzentrieren kann. Dazu kommen liebevoll ausgewählte Kostüme, die mit schicken Anzügen, edlen Kleidern, Lackschuhen und diversen Hüten ein adliges Lebensgefühl vermitteln.
„Me and my Boy“ feiert heute in der Bühne 602 seine Premiere, jedoch ist die Vorstellung schon seit Wochen ausverkauft. Am 12. Mai gibt es die Möglichkeit, das von P.G. Wodehouse inspirierte Musical im Theater im Stadthafen zu sehen. Anschließend tritt es im Sommer die Nachfolge vom „Sommernachtstraum“ als Freilichtstück im Klostergarten an. Spätestens dann solltet ihr euch dieses wirklich unterhaltsame Musical anschauen, es lohnt sich!Noch einige Aufnahmen von der Generalprobe im Erasmus-Gymnasium:

"Besser ist es, kannst du wirklich tanzen" 
Posieren fürs Pressefoto 
Schnapsidee Rollentausch 
Touristen beim Gartenfest 
Unterwasserchoreographie