
Für mich war es nicht nur eine besondere, weil ich das erste Mal darüber berichten durfte, sondern auch das erste Mal auf einem der Schiffe dabei war.

Schon das Schiff, auf dem ich zu Gast war, steht stellvertretend für viele der abwechslungsreichen Teilnehmer. Wie die „Vagel Grip” war das Schiff ursprünglich als „Kriegsfischkutter” konzipiert.
Man könnte sich fragen, wie das zusammenpasst – es klingt ähnlich absurd wie „Kriegswaschmaschine” oder „Kriegsstraßenbahn”. Aber der Sinn dahinter wurde schnell aufgeklärt: Diese Kutter sollten im Zweiten Weltkrieg vor der Küste scheinbar normal fischen und gleichzeitig sich nähernde Bomberverbände melden.

Die fünfköpfige Besatzung rekrutiert sich komplett aus ehemaligen Marineangehörigen, die auch nach ihrer Laufbahn das Steuerrad nicht aus der Hand zu geben gedenken. Und wenn man sich sie so betrachtet, stellt man schnell fest: Seefahren hält jung. Die bewegte Geschichte und die Männer, die solch museale Schätze am Leben halten: man konnte auf der Hanse Sail viele solcher Beispiele finden, jedes mit seiner eigenen Geschichte. Skipper Dieter Jung steuerte das Schiff durch das Gedränge auf dem Strom nach Warnemünde.

Einmal von der Küste weg, macht sich sofort angenehme Ruhe breit. Kein Vergleich zum Trubel im Stadthafen oder am Kai in Warnemünde. Draußen, unter einem der wenigen Flecken Sonne tummelten sich die Großsegler auf ihrer Regatta.

Viele Teilnehmer stört dies nicht, sie fahren, wie mir berichtet wird, mit vollen Segeln gegen den Wind – für manche ist der Schein eben wichtiger. Auch, dass es auf der Sail von „auf Kommerz ausgelegten Nachbauten” nur so wimmelt, stößt bei den Segelenthusiasten an Bord nicht nur auf Gegenliebe. Das ist wohl Geschmackssache. Oder, wie es auf der Rückfahrt von einem anderen Kutter, auf dem eine Liveband spielt, herüberschallt: „If it makes you happy, it can't be that bad”.

Daran, was mich so begeistert, merkt man wahrscheinlich, dass mich die Faszination am Segeln an sich noch nicht ganz gepackt hat – aber das ist ja das Tolle an der Hanse Sail: Es ist für jeden was dabei.
Und wie auch an Land, ist die Polizei unterwegs und verwarnt Schnellfahrer, bevor es bei den zeitweise extrem engen Verhältnissen zu Kollisionen kommt. Dies sei am Vortag bereits direkt vor der „Nordwind” geschehen, ist also gar nicht abwegig. Diese Fahrt vereinte noch einmal all das, wofür die Hanse Sail steht, im Guten wie im „Nicht so guten”. Doch wie gesagt, „wenn es dich glücklich macht, kann es so schlecht nicht sein”.