Städtebaulicher Wettbewerb für die Warnemünder Mittelmole
Zukunft der Mittelmole in Warnemünde – Ideensuche für die Bebauung kommt in Fahrt
6. Juli 2011, von Olaf
„Aus unserer Sicht darf es Hotel heißen.“ Gemeint ist die „städtebauliche Dominante“, die sich Ralf Zimlich, Geschäftsführer der Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft mbH (Wiro), auf der Spitze der Mittelmole vorstellen könnte. Für Zimlich sollte sie auf jeden Fall eine touristische Unterlagerung haben, sei es durch Geschäfte, Gastronomie oder ein Hotel.
Wie hoch, breit oder teuer der Baukörper werden könnte, steht noch nicht fest. Ebenso wenig, wie die restliche Bebauung dieses Filetstückes aussehen könnte. Was auf der Mittelmole möglich ist, soll ein städtebaulicher Wettbewerb zeigen. Mit diesem gehen die Planungen für die Warnemünder Mittelmole in die nächste Phase.

Im Rahmen des im letzten Jahr erstellten Strukturkonzeptes für Warnemünde wurde im Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Mittelmole eine Verpflichtung zur Auslobung eines solchen Wettbewerbes festgeschrieben.
Mit der Durchführung wurde die D&K drost consult GmbH aus Hamburg beauftragt. Sie wird auf Basis der Ergebnisse zum Strukturkonzept und des Aufstellungsbeschlusses die Aufgabenstellung für den Wettbewerb erarbeiten.
Bevor der Wettbewerb startet, wird es kurz nach den Sommerferien ein Bürgerforum geben, auf dem die Aufgabenstellung öffentlich vorgestellt wird. Die Bürgerbeteiligung soll bei diesem Projekt so frühzeitig und transparent wie möglich erfolgen, um Ideen und Bedenken der Einwohner rechtzeitig aufzunehmen, versprechen alle Beteiligten.
Der Wettbewerb wird international ausgeschrieben und in zwei Phasen aufgeteilt. Die erste Phase soll im Dezember starten und es auch kleineren Büros ermöglichen, ihre Ideen als grobe Skizze einzubringen. Im ersten Quartal 2012 soll ein Preisgericht dann 15 Teilnehmer für die zweite Phase auswählen, in der die Ideenskizzen weiter vertieft werden. Mit Ergebnissen wird zum Sommer des nächsten Jahres gerechnet.
Im Anschluss wird es eine öffentliche Ausstellung sowie ein zweites Bürgerforum geben, auf dem die Ergebnisse zur Diskussion gestellt werden. Läuft alles wie geplant, könnten 2013 oder 2014 die Bagger rollen, so Zimlich.

„Bauen wir Wohnungen“, umreißt Oberbürgermeister Roland Methling den Interessenkonflikt, „melden sich in Warnemünde hundert Wohnungsbesitzer und sagen: Brauchen wir nicht.“
„Wenn wir Läden dort vorsehen, kommt der Gewerbeverein und sagt: Wenn auf der Mittelmole nur noch ein Laden entsteht, können wir den Alten Strom schließen. Wenn wir sagen, wir errichten dort ein Theater, sind wir von allen guten Geistern verlassen.“
„Wir möchten auf der Mittelmole Akzente setzen, die unserer Stadt ein besonderes Gesicht geben“, erklärt Methling. Ansonsten sind wir für alle tragfähigen Konzepte offen, ist er sich mit dem Wiro-Chef einig.
Einige Rahmenbedingungen gibt dieser dennoch bereits vor. Als Wohnungsbauunternehmen möchte die Wiro auf der Mittelmole in jedem Fall Mietwohnungen bauen – die Nachfrage ist da, so Zimlich. Großflächige Parkmöglichkeiten soll es hier auch in Zukunft geben, ebenso wie weiterhin Flächen für die Hanse Sail oder die Warnemünder Woche frei gehalten werden müssen. Alles Weitere soll der städtebauliche Wettbewerb klären.
„Wir nehmen uns die Zeit, das Richtige zu tun“, erklärt Zimlich. Aus wirtschaftlicher Sicht bestehe für sein Unternehmen kein Grund zur Hektik, „da sich das Grundstück im Augenblick durchaus bestens trägt.“
Ende 2010 hat die Wiro, dessen alleinige Gesellschafterin die Hansestadt Rostock ist, das etwa 67.000 Quadratmeter große Grundstück für 14,2 Millionen Euro von der Scandlines-Reederei erworben. Neben dem Verwaltungsgebäude von Scandlines befinden sich auf dem Grundstück derzeit hauptsächlich Parkplätze.